Ein andermal heißt es: »Ach lieber Bruder, besorge mir doch ein paar von diesen neuen indischen Federhaltern!«
Ihr »Bruder« ist wieder glückstrahlend, und das Zimmer meiner Schwägerin wird mit allen Arten von scheußlichen kleinen Stöcken garniert, die sich Swadeschi-Federhalter nennen. Nicht, daß das irgendwelche Bedeutung für sie hätte, denn Lesen und Schreiben ist nicht ihre Sache. Doch liegt auf ihrem Schreibzeug noch immer derselbe elfenbeinerne Federhalter, der einzige, den sie je benutzt hat.
In Wahrheit war dies alles nur gegen mich gerichtet, weil ich die Schrullen meines Gatten nicht mitmachen wollte.
Es hatte keinen Sinn, daß ich versuchte, ihm die Unaufrichtigkeit meiner Schwägerin zu beweisen; sein Gesicht wurde strenge, sobald ich nur daran rührte. Man schafft sich nur Ärger, wenn man versucht, solchen Menschen die Augen zu öffnen.
Die Bara Rani näht sehr gern. Eines Tages konnte ich nicht umhin herauszuplatzen: »Was für eine Komödiantin du doch bist, Schwester! Wenn dein ›Bruder‹ da ist, so bist du Feuer und Flamme für die Swadeschi-Scheren, aber bei deiner Arbeit gebrauchst du jedesmal die englischen.«
»Was schadet das?« erwiderte sie. »Siehst du denn nicht, wie es ihm Freude macht? Wir sind hier zusammen im Hause aufgewachsen, und ich kenne ihn von seiner Kindheit an. Ich kann es einfach nicht ertragen, wie du, wenn er nicht mehr lächelt. Der Ärmste, er hat kein anderes Vergnügen als das Kaufladenspiel. Du bist die Einzige, die ihn froh machen könnte, und doch wirst du ihn zugrunde richten.«
»Was du auch sagst, es ist nicht recht zu heucheln«, erwiderte ich.
Meine Schwägerin lachte mir ins Gesicht. »Ach, du unschuldige kleine Tschota Rani! Du bist so gerade wie der Rohrstock eines Schulmeisters, nicht wahr? Aber eine rechte Frau ist nicht so geschaffen. Sie ist weich und biegsam, so daß sie sich beugen kann, ohne krumm zu werden.«
Ich konnte die Worte nicht vergessen: »Du bist die Einzige, die ihn froh machen könnte, und doch wirst du ihn zugrunde richten.«