Mitunter drohte der Junge, er wolle fortgehen, und dann suchte der Alte ihn mit dem Versprechen zu locken, er wolle ihm sein ganzes Eigentum hinterlassen. So klein der Knabe auch noch war, so verstand er doch schon vollkommen die Größe dieses Versprechens.
Nun begannen die Dorfbewohner nach dem Vater des Knaben zu forschen. Das Herz schmolz ihnen vor Mitleid mit den geängstigten Eltern, und sie erklärten, der Sohn müsse ein ganz gottloser Bube sein, daß er ihnen solch Leid zufügte. Sie häuften Schmähungen auf sein Haupt, aber die Wut, mit der sie es taten, verriet eher Neid als Gerechtigkeitssinn.
Eines Tages hörte der alte Mann von einem Wanderer, daß ein gewisser Damodar Pal seinen verlorenen Sohn suche und jetzt eben in diese Gegend komme. Als Nitai dies hörte, wurde er sehr unruhig; er wollte Reichtum Reichtum sein lassen und davonlaufen. Dschagannath beruhigte ihn: „Ich will dich verstecken, wo niemand dich finden kann, selbst die Leute im Dorfe nicht“, sagte er.
Dies reizte die Neugier des Knaben, und er fragte: „O, wo denn? Zeig mir schnell den Platz!“
„Wenn ich ihn dir jetzt zeige, merken es die Leute. Warte, bis es Nacht ist“, sagte Dschagannath.
Die Aussicht auf das geheimnisvolle Versteck entzückte den Knaben. Er malte sich aus, wie er, sobald sein Vater ohne ihn fortgegangen sein würde, mit seinen Kameraden Verstecken spielen und eine Wette machen wollte. Niemand würde ihn finden können. Wäre das nicht ein Spaß? Und daß auch sein Vater das ganze Dorf durchsuchen würde, ohne ihn zu finden – welch ein Hauptspaß!
Am Mittag schloß Dschagannath den Knaben in seinem Hause ein und verschwand auf einige Zeit. Als er wieder zurückkam, plagte ihn Nitai mit Fragen.
Sobald es dunkel war, sagte Nitai: „Großvater, gehen wir jetzt?“
„Erst muß es Nacht sein“, erwiderte Dschagannath.
Nach einer kleinen Weile rief der Knabe: „Jetzt ist es Nacht, Großvater; komm, laß uns gehen.“