Geliebter, warum läßt du mich draußen vor dem Tore warten ganz allein?
In der geschäftigen Zeit des Mittagwerkes steh ich zur Menge, aber an diesem dunklen, einsamen Tage hoff ich auf dich allein.
Wenn du mir dein Antlitz nicht zeigst, wenn du mich beiseite läßt, so weiß ich nicht, wie ich die langen Regenstunden verbringen soll.
Ich starre zum fernen Schimmer des Himmels, und mein Herz wandert klagend mit dem ruhelosen Wind.
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Wenn du nicht sprichst, will ich mein Herz mit deinem Schweigen füllen und dulden. Ich warte und halte mich still wie die Nacht mit ihren gestirnten Vigilien, und ihrem Haupte tief geneigt in Geduld.
Der Morgen wird sicher kommen, das Dunkel wird schwinden und deine Stimme in goldenen Strömen sich ergießen und vom Himmel brechen.
Dann werden deine Worte Schwingen nehmen im Gesang von allen meinen Vogelnestern und deine Melodien werden in Blumen in meinen waldigen Hainen aufbrechen.