Auf welch eine Leere starrst du! Fühlest du nicht ein Schauern gehn durch die Luft, mit dem Ton eines fernen Liedes verschwebend vom anderen Ufer?

22

Im tiefen Schatten des regnichten Juli wanderst du leisen Tritts, schweigend der Nacht gleich und täuschest die Wächter.

Heut hat der Morgen die Augen geschlossen, achtlos des drängenden Rufes des lauten Ostwinds; ein dichter Schleier ist über den immer wachen, blauen Himmel gezogen.

Die Wälder lassen die Lieder verstummen und an jedem Haus sind die Türen geschlossen. Du bist der einsame Waller in den verlassenen Gassen. O mein einziger Freund, Geliebtester, die Tore sind offen in meinem Hause – geh nicht vorüber wie ein Traum.

23

Bist du draußen in stürmischer Nacht auf deiner Reise der Liebe, mein Freund? Der Himmel ächzt, wie einer, der verzweifelt.

Kein Schlaf kommt heut Nacht zu mir. Ich öffne das Tor immer wieder und schaue ins Dunkel, mein Freund!