Von jetzt an entlaß ich allen eitlen Schmuck, Herr meines Herzens, nie mehr will ich warten und weinen in Winkeln, kein scheues, sanftes Benehmen mehr. Du hast mir dein Schwert zum Schmuck gegeben – kein Puppenschmuck ist mehr für mich!
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Schön ist dein Armband mit Sternen bedeckt und künstlich getrieben in tausendfarbigen Juwelen. Doch schöner ist mir dein Schwert mit seinen Ringen von Blitzen wie die ausgespannte Schwinge des göttlichen Vogels des Vischnu, vollkommen gefärbt im zornroten Lichte der sinkenden Sonne.
Es bebt wie das eine letzte Zucken des Lebens in der Ekstase der Pein beim Streiche des Todes; es leuchtet auf, wie die reine Flamme des Seins, die den irdischen Sinn auflodernd verzehrt.
Schön ist dein Armband mit Sternensteinen besetzt, aber dein Schwert, o Herr des Donners, ist geschmiedet mit äußerster Schönheit, schrecklich zu schaun und zu denken.
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Ich bat dich um nichts, ich nannte nicht meinen Namen vor deinem Ohr. Als du Abschied nahmst, stand ich schweigend. Ich war am Brunnen allein, wo querhin der Schatten des Baums fällt, die Frauen gingen nach Haus mit ihren braunen irdenen Krügen bis zum Rande gefüllt. Sie riefen mir laut, »komm mit uns, der Morgen geht auf den Mittag«, doch ich zögerte träge in dämmerndes Sinnen verloren.
Ich vernahm deinen Schritt nicht, wie du kamst. Dein Blick war traurig, da er mich traf, deine Stimme müde, als du leise sprachst – »Ach, ich bin ein durstiger Waller«. Ich fuhr auf aus wachem Traum und goß Wasser vom Krug auf deine gefalteten Hände. Zu Häupten rauschten die Blätter, der Kuckuck sang unsichtbar aus dem Dunkel, der Duft der Bablablumen kam von der Krümmung des Wegs her.