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Er ist es, der Innerste, der mein Wesen erweckt mit seiner verborgenen Berührung.

Er ist es, der seinen Zauber auf diese Augen legt und freudig auf den Saiten meines Herzens spielt in wechselvoller Weise von Lust und Schmerz.

Er ist es, der den Schleier der Maja webt in flüchtigen Farben von Gold und Silber, von Blau und Grün, der durch die Falten seine Füße schimmern läßt, bei deren Berührung ich mich vergesse.

Tage kommen, Zeitalter gehn und er ist es immer, der mein Herz unter manchem Namen bewegt in mancher Verkleidung, in mancher Verzückung von Freude und Sorge.

73

Befreiung liegt nicht für mich im Verzicht. Ich fühl die Umarmung der Freiheit in tausend Banden der Lust.

Du schenkest mir immer den frischen Trunk deines Weines, verschieden in Farbe und Duft und füllest die irdene Schale zum Rande.

Meine Welt entzündet die hundert verschiedenen Lampen an deiner Flamme und stellt sie auf am Altar deines Tempels.