Da legt ihm Holzer die Hand auf die Schulter. Und sie wird immer schwerer während dieser Worte: „Du weisst nicht, was Du sprichst, Bang. Ich thue für Helene alles, was ich kann, weisst Du. Alles mögliche. Nur Phrasen mach' ich keine. Das will sie auch nicht. Also, was quäl' ich sie?“

Bang weiss nichts zu erwidern.

Und langsam spricht Holzer weiter: „Wir sind Kameraden – einfach. So gehört sich's. Wenn ich sie in der letzten Zeit manchmal vernachlässigt habe, so war die Arbeit daran schuld. Sobald sie ihr Kind haben wird, ihre Arbeit, wird sie mich auch vernachlässigen. Das ist so.“ Pause.

Ernst Bang hat seine Cigarette ausgehen lassen. Er knöpft unruhig an seinem schwarzen Gesellschaftsrock; seine Hände sind sehr weiss. Dann hört man wieder die Stimme Holzers. Sie wird immer ruhiger und bekommt immer mehr heitere Ueberlegenheit.

„Ich finde übrigens gar nicht, dass sie schlecht aussieht. Alle Mädel sehen so aus um die Zeit. Das wird schon besser werden. Du kannst Dich darauf verlassen.“ Pause. „Aber das ist so Eure Art: Sensation um jeden Preis. Nichts ruhiges. Lauter Trapezgefühle; und man wartet immer, ob sie nicht im nächsten Augenblick den Hals brechen. Ich kenne das. Aber man fällt Euch immer wieder hinein auf Eure Empfindelei.“

„Die Dinge sind vielleicht doch nicht so einfach.“ Bang sagt das fast pfeifend.

„Gewiss, weil Ihr sie nicht einfach wollt.“

„Oh wollen –“, macht Bang, „überhaupt: wollen ...“ und er schaut über alles weg ins Grenzenlose.

„Na ja, da wären wir ja glücklich wieder.“ Holzer ist fast fröhlich jetzt. Er zündet die Lampe an und verneigt sich dann vor dem Freunde:

„Euer Hochwohlgeboren erlauben: Mein Name ist Holzer. Das ist wörtlich zu nehmen. Mein Vater selig war nämlich der „alte Holzer“. Sie können von ihm hören im Dorf drunten. Die meisten werden sich an den breiten Bauer erinnern, den Holzerbauer. Und ich hab' auch noch was aus seinem Blut, hoff' ich. So was Grades, Eichenes ...“