„Frühlingswolken! Ein Wolkenkleid! Dein Kleid!... Dich!“

„Ich habe keine Wolkenkleider mehr.“

„Dann musst Du Dir eines machen lassen ...“

Ganz wehmütig lächelt die zarte Frau. „Nur ein altmodisches weisses Atlaskleid hab' ich noch, vom letzten Ball her.“

„Ja, – weiss –“ plant Harald. „Ich müsste Dich in weiss malen und – mit Blumen. Mit irgend welchen heissen, roten Blumen. Mit Blumen, die es nirgends giebt. Mit solchen, roten ... (wo hab' ich sie doch gesehen?...) In Deinem Läufer. Mit solchen Blumen. Hast Du die selbst erfunden?...“

„Durch Zufall –“ flüstert sie und wird ganz rot.

„Seltsam, – o!... Blumen erfindest Du!“ Und Harald sieht sie forschend an, als ob ihr Gesicht in seiner scheuen, schamhaften Befangenheit ihn an etwas erinnern müsste. Dann unterbricht er sich kurz. „Es ist vielleicht kindisch, dass ich so spreche. Ich habe doch eigentlich nie versucht, zu malen. Aber soll ich es deshalb nie versuchen? Vielleicht bin ich wieder ... ein Beginn ... Mir ist, als hätten wir mal davon gesprochen, dass die Malcorns immer wieder Könige werden ... Und die kein Volk haben, – das sind vielleicht die wahren Könige ...“

„Auch in der Kunst kannst Du Dich über ein Volk setzen ...“

„Vielleicht. Vielleicht kann der Künstler sich aus allen Völkern sein Volk bilden, kann es sich erziehen .. Aber ich will es nicht. Ich werde es nie wollen. Ich will nicht erziehen. Ich will nicht den Erfolg, keinen Erfolg auf keiner Seite. Ich will einfach: Schönheit ...

„Ja –“ sagt Frau Malcorn, wie zu sich selbst.