Mein Entschluss war, den 13. August nach Neuseeland, resp. dem 3806 Seemeilen von Honolulu entfernten Aukland mit dem prachtvollen Dampfer der „Pacific-Postdampfer-Compagnie“, der „Zelandia“, abzugehen, um später von Aukland aus nach Australien, resp. die 1057 Seemeilen nach Sydnei zu machen. —

Nachdem ich demnach die erforderlichsten Vorbereitungen zu meiner Abreise getroffen und den herrlichen Tag zum nochmaligen Durchwandern der Umgebung Honolulu’s und des „Núuanú“-Thales benutzt hatte, kehrte ich heim, um mein Tagebuch über das Inselreich Hawaii mit einer Beschreibung meiner letzten Einfahrt in den Hafen, einiger Ausflüge, die ich auf der Insel „Oahú“ gemacht hatte, und einem allgemeinen Ueberblick des Inselreiches zu schliessen.

Den 11. August um 5 Uhr Morgens fand meine letzte Einfahrt in den Hafen von Honolulu, von der Insel Hawaii kommend, statt.

Aus der Entfernung bei prachtvollem Sonnenaufgang zeichnete sich dem Auge schon vor der Einfahrt in den Hafen das lieblich contrastirende dunkle Grün, in welchem die Stadt, sozusagen, versunken, das blasse Grün, vereinigt mit dem goldnen Schimmer des Sandes der die Stadt nach Süd-West begrenzenden Ebene, das hell und dunkel erscheinende Grün, die an Schattirungen, an Schluchten und Abhängen und an gefälligen Formen so reichen, zwei Gebirgsketten der Insel.

Die eine dieser Ketten und zwar die längste, durchzieht die Insel Oahú in ihrer ganzen Länge gegen Norden und heisst die Núaná.

Die andere, die sog. „Waíanae“-Kette zieht sich im Süden der nördlichen parallel und dies kurz durch den westlichen Theil der Insel.

Rechts, als südlicher, schmaler Ausläufer in den Ocean oder als südliches Ende der erstgenannten Kette erhebt sich die gewaltige Felsmasse, der „Diamont-head“, dessen scharfe kantige Basaltspitze, durch die aufgehende Sonne hell beleuchtet, in tausendfachen diamantähnlichen Strahlungen gleich einem Diadem blitzend erscheint.

Der Ursprung dieser Felsmasse ist ein rein vulkanischer und die Erscheinung derselben das treue Bild eines nach unterirdischem Wirken und schon seit längerer Zeit von dem Hawaii’schen Pluto „Kumahalii“ in Ruhestand versetzten Vasallen der Unterwelt, dem zur Ehre gleichsam bis zur nächsten Umwälzung der stolze Ehrenposten einer Wache oder eines Signalisten am Eingange des Hafens anvertraut worden ist.

Am Fusse dieser glänzenden Masse, dem Strande bis Honolulu entlang, zieht sich eine, nördlich durch die Gebirgskette begrenzte, hin und wieder durch kleine Anhöhen gefällich unterbrochene, sandige schmale Fläche, die mit zierlichen Hainen schlanker Kokospalmen, üppig beschatteten Landhäusern und Dörfern besetzt ist und die sogenannten Gestade des lieblichen „Waikíki“ bildet.

Links zeichnet sich in der Ferne die schon früher erwähnte Gebirgskette Waianáe mit ihrem prachtvoll schattirten, längst schon erloschenen Vulkan „Kaula“.