Links von der Einfahrt sind sandige Landzungen, die unter beständiger Wirkung der Ebbe und Fluth theils glatt, theils gleichsam mit Strichen überzogene Flächen mit sumpfigen Wasseransammlungen bilden, in denen die sogenannten Reservoires der grossen Seeschildkröten sich befinden.

In unmittelbarer Nähe dieser Reservoires erhebt sich das schmucke Gefängniss, gleichwie aus dem Wasser auftauchend, in isolirter, erhöhter Lage auf einem Felsen.

Tiefer in das Land hinein liegen zerstreut Landhäuser, Villen und Hütten im üppigsten Grün eines schwülstigen Terrains.

Weiter links sind Reisfelder der Chinesen und „tarro“-Pflanzungen der Einheimischen unter einer künstlichen Bewässerung. Denen folgt, zwischen der Küste und dem Gebirge gelegen, eine unwirthlich öde, wellenförmige Ebene mit nur spärlicher Vegetation der Dracenen, krüppeligem Gestrüpp, Cacteen und Disteln, und wilddurchworfenen Felsen-, Stein-, und Lava-Geröll. Diese starre, stets staubwirbelnde Ebene zieht sich fast ununterbrochen bis zur Bergkette von Waianae.

Das „Nuúanú“-Thal zieht sich, wie schon erwähnt, nördlich von der Stadt, allmählig steigend, in das Gebirge hinein. Durch dieses Thal führt ein guter, breiter Weg durch eine schattige Allee, an zahlreichen Villen und Landhäusern vorbei, rechts unweit der Stadt in Sicht des von Kamehámehá V. seinem Bruder, Kamehámehá IV., in idyllischer Lage am „Nuúanú“-Bache geschmackvoll erbauten Mausoleums. Dieser Weg führt ins Gebirge und ist den Bewohnern der Stadt ein höchst beliebter.

Von der sog. „Nuúanú“-Strasse kommend, bildet dieser Durchgang durch das Thal einen höchst anmuthigen Spazierweg zu Fuss, zu Pferde oder zu Wagen. In den Nachmittagsstunden ist er von Fussgängern, Reitern und Fahrenden täglich besucht. Die Reiter und Reiterinnen sind meist in Gruppen und liefern, mit Kränzen geschmückt, ein echt national malerisches Bild. Die Wagen, die man erblickt, sind ziemlich primitiver und leichter Construktion, nur selten trifft man Galagespann, dagegen aber stets muntere heitere Züge der Insassen als einen sprechenden Beweis des Genusses, den ihnen diese Unterhaltung macht und wie wohl sie sich dabei fühlen.

Oestlich vor dem Eingang in das Thal liegt ein einzelner, gleichwie von menschlicher Hand symmetrisch gebildeter Bergkegel, der in seiner Form sehr ähnlich den giganten Grabhügeln der „Inka’s“ im Grossen ist. Dieser Hügel wird genannt „des Teufels Punschbowle“. Dieser Name wurde in neuerer Zeit aus religiösen Gründen in „Punch-Bowl-hill“ umgewandelt.

Vom Gipfel dieses Hügels, den eine schon vor längerer Zeit sich gefüllte Versenkung des erloschenen Kraters „Núaná“ bildet, entfaltet sich eine herrliche Rundsicht über Stadt und Thal, den südlichen Theil der Insel und den Ocean, und wird derselbe oft zu Ausflügen und Picknicks benutzt.

Verwitterte Lavaniederströmungen zeichnen sich noch deutlich an den Böschungen des Kegels ab. Die Umgebung der jetzt gefüllten Kratervertiefung bildet ein schwülstiger, versteinerter Lavakranz. Die gegenwärtige Vertiefung beträgt nur 21′ und ist einem Mörser in der Form ähnlich.