Die Ebene ist reich an Feuchtigkeit und es charakterisirt dieselbe eine sichtliche Üppigkeit des Graswuchses, in Folge dessen in Vergleich zum südlichen Theile der Insel hier schöneres, fetteres Rindvieh und namentlich schmucke Ziegen zu treffen sind. Das überaus wuchernde, stachlige „pili“-Gras macht vollständig die Schafzucht unmöglich, indem das Verschlucken dieses Grases den Schafen einen gefährlichen Husten und durch das Eindringen desselben in die Wolle eine gefährliche Entzündung der Haut verursacht.

Wenn man vom „Pali“-Pass niedersteigend anstatt gerade aus auf „Káneohé“ rechts geht, so erreicht man in südöstlicher Richtung im Distrikt Waimonalóa, das Dorf Kailua, drei engl. Meilen vom Pali entfernt.

Kailua besteht aus nur wenigen Hütten und einer Schule. Der grösste Theil des Distriktes ist Eigenthum des Oberrichters Mr. Harris. 5 Reisplantagen gaben dem Distrikt ein üppiges Aussehen. Es sind die Plantagen der Chinesen Lu-Sang, Ah-Ho, Wong-Long und Ah-Su. Zahlreiche wilde Enten, Gänse und Fasanen sind sichtbar. Letztere, die importirt, sollen sich bedeutend vermehrt und durch die ganze Insel sich schon verbreitet haben.

Den östlichen Theil des Distriktes bildet das Thal von Waimanalóa, dessen Ausgang die dünenreichen Ufer des Oceans begrenzen. Das Thal ist fruchtbar und bildet das rentable Revier der „Waimanalóa“-Zuckercompagnie, die hier einen Landungsplatz hat, von dem aus wöchentlich viceversa eine Verbindung mit Honolulu stattfindet.

Links vom früher erwähnten Dorfe Kailúa liegen die Reisplantagen und Fischteiche von Kawainui, und links von den Reisplantagen des Ah-Ho und Lu-Sang und an der an wilden Enten, Gänsen, Tauchern, Wasserhühnern reichen Lagune von Kawainui liegt die höchst flache Strecke von Kapaá, die durchweg mit Reis und „tarro“ bebaut ist.

Auf der ganzen Strecke, wo nicht Zuckerrohr, Reis oder „tarro“ gebaut ist, befindet das Land sich unter verhältnissmässig üppigem Graswuchs, jedoch mit überwucherndem „pili“-Grase, krüppligem Gestrüpp, Cacteen, Disteln, für den Weidegebrauch verdorben.

Dieser Strecke angrenzend, dem „Pali“-Passe gegenüber, liegt das früher erwähnte Kaneohé, ein kleiner Ort mit nur einigen Hütten, 2 chinesischen Kaufläden und 2 chinesischen Restaurationen, wo man gute Unterkunft haben kann. In der Nähe derselben befindet sich eine protestantische Missionsanstalt nebst Schule und Kirche und, circa 2 Meilen entfernt, die römisch-katholische Missionsanstalt ebenfalls mit Kirche und Schule, umgeben von einer geordneten, hübschen Gartenanlage.

Den Ort bildet die Zuckerplantage des Mr. Harris mit Landungsplatz für Schooner und zahlreichen mit Steinwällen umgebenen Fischteichen.

Von Káneohé, d. h. links von der Zuckerplantage des Mr. Harris liegen in nordwestlicher Richtung zwei kleinere Zuckerplantagen und drei Reisplantagen, in welchen circa ein paar Dutzend kleine, von Kanaken oder Chinesen bewohnte Farmen zerstreut liegen und die der Landschaft einen bunten, höchst lebendigen Anstrich geben.

Auch hier, gleichwie früher besitzt das Terrain, wo kein Reis oder Zucker angebaut ist, eine üppig grüne, jedoch ebenfalls durch wucherndes „pili“-Gras und anderes Unkraut verdorbene Weide. —