Weiter nordwestlich zieht sich der sog. „Hoeii“-Distrikt, in welchem die grosse, reiche Zuckerplantage des Mr. Mc. Keague, am Ufer links vom Gebirge umgeben, liegt.
Dieser Plantage angrenzend folgt die üppige, fleissig bearbeitete Reisplantage des Chinesen Ah-Kau. Dann folgt ein fester Strandweg bis zu den Fischereigründen des Mr. C. Stewart. Dann folgt ein Weg über ein niedriges, jedoch höchst zersplittertes Gebirge in westlicher Richtung in das Thal Kaálaúloó, in welchem ausser 2 üppigen Reisplantagen auch die Zuckerplantagen der Mrs. Steves & Co. und die des Mr. Jakson mit bemerkenswerthen Fabrikseinrichtungen sich befinden. Die Wohnhäuser der letzteren namentlich liegen erhöht mit prachtvoller Sicht auf den Ocean und theilweise lieblich von den Bergen umgeben, die sich von 1500′-1800′ erheben und mit üppigem immer-grünem Gebüsch und auffallend mannigfaltigen Farnen bedeckt ist. Die Grasflächen sind üppig dem Anscheine nach, jedoch überwuchert vom „pili“-Gras. Dieses Thal soll 6 engl. Meilen lang und 1½ engl. Meilen breit sein.
Das Thal und die Zuckerplantage Jakson’s verlassend, führt dem sich schlängelndem Strande rechts entlang, dem Gebirge links entlang, ein fester, jedoch öder Weg in das „Waiáhóle“-Thal zum kleinen Dorfe gleichen Namens mit einer grossen Reismühle. Das Thal ist gefüllt mit zahlreichen kleinen Reis- und Tarro-Plantagen im buntestem Durcheinander.
Dann folgen Reisplantagen auf Reisplantagen bis zum Dorfe Waikáne, wo eine römisch-katholische und eine protestantische Missionskirche nebst den denselben gehörenden Gebäulichkeiten und circa ein Dutzend Hütten sich befinden. Diesem Dorfe folgt das Dorf Kúalóa, welches Besitz des königlichen Hofmarschalls C. H. Judd ist. Die Entfernung bis Honolulu soll 18 engl. Meilen sein. Der Betrieb des Besitzes besteht in Vieh- und Pferdezucht. Die Weide ist auffallend gut und die beste, die ich im Inselreiche getroffen. Ob die Ursache dieser bessern Weide in der Pflege derselben oder in der Bodenbeschaffenheit liegt, habe ich nicht ermitteln können. Das schöne Vieh, so auch die weidenden Pferde machen hier einen günstigen Eindruck.
Von Kúalóa 4 Meilen entfernt, liegt die Viehzucht treibende Subfarm des Mr. Judd Kauá, wo das Vieh von „Durhamer“- und die Pferde von reiner „Kentucky“-Race sind. Der Stand der Viehherde soll 500 Stück und die der Pferde 100 betragen.
Von Kauá folgt man dem hier recht steilen, üppig bewaldeten Gebirge, unmittelbar der Küste entlang durch die kleinen Dörfer Kaána, Makéo, an zahlreichen kleinen Reis- und „tarro“-Plantagen vorbei, links in Sicht eines Wasserfalles und eines höchst pittoresk gelegenen Kirchleins bis zum Dorfe Hauúla.
Von Hauúla, dem allmählig an Höhe und Vegetation abnehmenden Gebirge folgend, erreicht man Laïe, die Hauptansiedlung der Mormonen im Inselreiche, die ein Areal von 6000 Acker umfasst.
Im Jahre 1847 erschienen hier die ersten Mormonen auf ihrer Durchreise nach Californien. Einer der Apostel der Mormonen P. A. Cánnon übersetzte das Mormonen-Buch in die Hawaii’sche Sprache. Die Gemeinde des Inselreiches soll gegenwärtig 960 Seelen zählen. Sie steht unter einem Bischof. Ihr moralischer Einfluss auf den Hawaii’schen Charakter soll kein ungünstiger gewesen sein, da bei den Gliedern der Gemeinde die den Hawaiier charakterisirende Indolenz schwinden und dass Selbstbewusstsein zunehmen soll. Das nördlich gelegene Land der Mission ist unter die Glieder der Gemeinde parzellirt und befindet sich unter üppigem Reis- und „tarro“-Anbau. Der südlich gelegene Theil befindet sich unter Zuckerrohr und ist derjenige, wo die Gebäulichkeiten und die Mühle gelegen sind. Im Allgemeinen macht die Niederlassung einen geordneten, wohlhabenden Eindruck.
Laïe verlassend, folgt man in nördlicher Richtung, der nördlichsten Spitze der Insel zu und zwar durch die Ländereien von Kahukú, dem Besitz J. Campbels, einer echten Strandgegend mit gewaltigem Getöse der Wogen und der Sicht mannigfaltigster Seevögel. Das Gebirge links schwindet allmählig zu einem hochhügeligen Terrain, das eine ziemlich gute Viehweide ist. Von Kahukú schlägt man in westlicher Richtung die sogenannte Strasse von Waialúa, der südöstlichen Küste der Insel entlang, bis zum Orte gleichen Namens ein. Die Strecke ist eine wilde, öde zu nennen, die nur hin und wieder durch die verhältnissmässig üppigen Thalschluchten, die sich links in das sich wieder erhebende Gebirge ziehen, unterbrochen ist. Diese Thalschluchten sind grasreich und scheinbar durch Quellen reichlich bewässert. Der Ort Wailúa hat ausser seinen ziemlich zahlreichen Häusern 3 Kirchen, 3 Schulen und ein episkopales Seminar für Mädchen. Von hier führt ein gerader Weg in südöstlicher Richtung nach Honolulu durch das Thal von Waialúa, welches die beiden Gebirgszüge der Insel bilden und das ich auch einschlug. Die Strecke soll 25 englische Meilen betragen. Ein anderer Weg, der circa 45 Meilen bis Honolulu gerechnet wird, umzieht den nordwestlichen Ausläufer der „Waianae“-Gebirgskette bis zur westlichsten Spitze der Insel, dem Kap Keana und folgt alsdann längs der südwestlichen Küste der Insel entlang über die Orte Waianáe und Waïpio zur „Ewa“-Fläche.