In langen Zügen erquickte er sich an ihren Worten, aber trotz alledem, es waren nicht die, welche er gerne gehört hätte. Sie sprach leise weiter. Er trank den Wohllaut dieser Stimme, die er niemals ohne Bewegung hatte hören können.
— „Ich bin deinem Leben nicht unentbehrlich. Wie viele Jahre reicher Geschehnisse hast du erlebt, ehe du mich trafst. Du wirst ebenso schöne, ebensolcher Fülle erleben, wenn du mich vergessen hast.“
— „Niemals werde ich wieder glücklich sein.“
— „Die Nacht beginnt zu bleichen, und die Frische der Morgendämmerung durcheist mich. Sieh, die Nacht, die den Raum verläßt, ist das Ebenbild selbst des notwendig gewordenen Abschieds. Die Dinge müssen hinsterben oder sich verflüchtigen, damit andere erscheinen können. Der erste Tag, den ich allein zu leben haben werde, steigt bleich und trauervoll auf. Mein Gott, womit werde ich diesen ersten Tag erfüllen?“
„Wie werde auch ich ihn hinbringen? Nichts wird mir dies Glück aufwiegen, das sich durch dich unaufhörlich erneute.“
— „Süß ist es, dein mitleidvolles Bedauern zu hören.“
— „Es ist mein selbstsüchtigstes Bedauern.“
— „Du hattest bisher immer über dich gesiegt!“
— „Ich bin des Sieges über mich, das heißt gegen mich, müde. Ich beginne die süße Niederlage zu ersehnen.“
Er wußte, daß er feige das verlangen würde, was man ihm nicht gegeben hatte, und daß ihn daran nichts hindern konnte.