Aïssé hob lachend die Augen:
„Ich gestand gerade der Frau Herzogin von Berry, daß ich nichts von dieser Liebe verstehe.“
Hier aber fuhr Frau von Averne dazwischen, die Aïssé allzu kokett fand:
„Nein, meine Liebe, Sie sind treu, und ich wünschte sehr, daß diese Tugend hier mehr verbreitet wäre.“
„Nun?“ flüsterte Charolais. „Seht nur die beiden Weiber an! Wie?“
„Treu? Herr von Richelieu, wenn Sie mein Freund sind, so führen Sie Frau von Averne an die frische Luft, sie könnte sich sonst von ihrem Temperament hinreißen lassen, mich noch einmal zu unterbrechen . . . Treu? Sind Sie treu?“
„Wie könnte ich treu sein, da ich nicht liebe?“
„Gar nicht? Auch nicht den Chevalier?“
„Noch lange nicht, wie ich möchte.“
Da eine Pause eintrat, während deren der Regent mit seinen heißgespielten Blicken in den großen Augen vor ihm nach einem Fünkchen suchte, um es zu entflammen, hörte man die Herzogin von Berry gelangweilt ausrufen: