Aber Weib und Kind? Und dann würde der Alte von neuem über verrückte Projekte reden und die Mutter wieder Gram auf ihre alten Tage haben; sie sah ihn ohnehin schon immer mit der stillen Scheu des Mitgefühls bei seinen Besuchen an.

Nun, morgen würde er die Kleine mitnehmen. Sie war jetzt Mensch genug, ihn zu begleiten; und dann würde eitel Innigkeit und Einigkeit im Forsthaus herrschen, wie neulich zu Ostern, als seine Frau ihn mit der Kleinen begleitet hatte. Dann würden die Eltern sich mehr als Großeltern fühlen und an den Sohn nicht soviel Fragen stellen, soviel verfängliche Lebensfragen.

Er erhob sich und öffnete die Tür. „Recha!“ rief er über den Flur. Dann setzte er sich zurück an den Schreibtisch und nahm ein Aktenstück zur Hand.

„Erich?“ trat sie fragend ein, die Finger auf der Klinke lassend.

Er blickte auf. „Wo ist die Kleine?“

„Spielen gegangen; sie muß bald wiederkommen.“ Sie drückte die Klinke fest; es klang, als ob sie etwas von ihm wollte.

Er schob sich wieder vor den Aktenstoß. Wie schön es ihm noch immer war, dies edelsemitische Nasenprofil, zu dem die braune Flechtenkrone um die Stirn so königlich paßte, daß die kleine Gestalt dadurch größer schien. Er liebte sie doch wohl noch. Also Vorsicht! Jetzt trat sie hinter seinen Stuhl.

„Du! Erich!“

„Hm?“

„Ich muß dir etwas sagen. Ich habe gestern eine Rute gekauft.“