„So?“

„Ja. Es ging nicht mehr anders. Wirklich: sie wird mir gar zu unnütz.“

„Detta oder die Rute?“

„Nein du, wirklich, es ist mir ernst.“

„Mir auch!“ Er drehte sich um nach ihr. „Übrigens möchte ich morgen zu den Eltern fahren und die Kleine mal allein mitnehmen; mach mir, bitte, den Rucksack zurecht.“ Sie nickte. „Aber bitte, nur das Nötigste; auf zwei Tage blos.“ Sie nickte wieder. „Und — na aber, was hast du denn?“ Sie kämpfte mit Tränen.

„Erich!“ Sie bezwang sich. Nur das linke Auge kämpfte noch. Er zog sie an sich.

„Sieh mal, Herze, verzeih! Aber wirklich: was sollt ich wohl erwidern? Du kennst doch meine Ansicht! Kinder sind doch keine jungen Affen; wenigstens dann nicht mehr, wenn die beliebte Prügeldressur beginnen soll. Du nennst die Detta bockig, und wer weiß was alles, weil —: blos weil sie jetzt im dritten Jahr ist. Wenn sie im zwanzigsten sein wird, wirst du das Charakter an ihr nennen.“

„Aber —“

„Nein; genug jetzt, bitte. Ich wäre heute auch was Bessers, hätte mich der Hundekantschu meines Alten nicht immer eigensinniger gemacht. Bring ihr Pflichtgefühle bei, soviel du willst; aber nicht mit Schlägen, muß ich bitten.“ Er wies auf seinen Bücherschrank: „Da! lies was über Suggestion! Du hast doch deinen bewußten Willen.“ Um ihre Mundwinkel huschte etwas wie ein feines Lächeln. Aha! sie dachte an den Hahnrei des Bewußtseins; dieser verdammte Pole! — „Die Rute jedenfalls verbitt ich mir.“ Beinahe hätte er nach dem Ofen gezeigt.