III. Boedromion (Sept.):

am 5. ein allgemeines Totenfest, die Genesia (s. [§ 63]);
am 6. Gedächtnistag der bei Marathon Gefallenen;
am 7. (?) die Boedromien, Apollo zu Ehren;
am 16.–25. (?) die großen Eleusinien (s. [§ 52]).

IV. Pyanepsion (Okt.):

am 7. die Pyanepsien, nach den gekochten Bohnen benannt, deren Erstlingsfrüchte Apollo dargebracht wurden;
(?) die Oschophorien, als Dankfest für die Wein- und Olivenernte dem Dionysos und der Athena gefeiert; an der Spitze des Festzuges gingen zwei Knaben in langem Chiton mit Weinreben (Oschoi) in den Händen;
am 8. das Theseusfest;
am 9.–13. die Thesmophorien, nur von Frauen unter mancherlei ausgelassenen Scherzen der Demeter und Persephone zu Ehren gefeiert;
am 19.–21. (?) die Apaturien, drei Tage lang von den Phratrien begangen; an ihnen wurden die seit dem letzten Apaturienfeste geborenen Kinder in die Phratrie des Vaters eingeführt (vgl. [§ 32]);
am 30. das Schmiedefest (Chalkeia) des Hephäst und der Athena.

V. Maimakterion (Nov.): in dieser stürmischen Jahreszeit, in der kein größeres Fest stattfand, suchte man den zürnenden Zeus (μαιμάκτης) durch Gebet und Opfer zu versöhnen.

VI. Poseideon (Dez.): das Tennenfest (Ἁλῷα), der Demeter, Kore und dem Dionysos, und die ländlichen Dionysien (Διονύσια τὰ κατ’ ἀγρούς), dem Dionysos zu Ehren in den einzelnen Demen, namentlich von der Landbevölkerung, als ländliche „Kirchweihen“ unter mancherlei Scherzen und Neckereien begangen. An dem letzteren Feste wurden, nach der Überlieferung zuerst in dem Demos Ikaria, später namentlich im Peiraieus, dramatische Aufführungen veranstaltet.

VII. Gamelion d. h. Ehemonat (Jan.): an den Gamelien brachte man den Ehegöttern Opfer dar; an den Lenaien, dem Kelterfest (von ληνός Kelter), wurden vom Staate mit großem Aufwand Bühnenspiele aufgeführt (vgl. [§ 54]).

VIII. Anthesterion (Febr.): 11.–13. die Anthesterien. Am ersten Tage der „Faßöffnung“ (Πιθοιγία), füllte man den ausgegorenen Wein aus den Fässern in Amphoren ab. Der folgende „Kannentag“ (Χόες) brachte ein großes Trinkgelage mit Wetttrinken aus Kannen auf ein Trompetensignal. An ihm fand auch die symbolische Vermählung der Basilissa, der Gattin des Archon Basileus, [pg 121]als Vertreterin des Landes, mit Dionysos statt. Der dritte Tag, das „Topffest“ (Χύτροι), war den Unterirdischen geweiht; in Töpfen stellte man gekochte Früchte und Sämereien dem Seelengeleiter Hermes und den Toten auf.

An den Anthesterien, dem Hauptfeste aller Seelen, glaubte man, kämen die Toten ins Reich der Lebendigen herauf, und man bewirtete deshalb die umherschwärmenden Seelen der Angehörigen; am Ende des Festes trieb man sie wieder aus den Wohnungen aus mit dem Rufe: Hinaus, ihr Keren (alter Name für Seelen), die Anthesterien sind zu Ende (θύραζε Κῆρες, οὐκ ἔτ’ Ἀνθεστήρια).

(?) Die kleinen Mysterien bei Agrai s. [§ 52].