„Und was dann? Hätte dann die Regierung den verschiedenen Berufszweigen einen Auftrag zur Herstellung gewisser Erzeugnisse geben sollen? Und wie hätten diese Aufträge so verteilt werden können, daß die Arbeiter damit zufrieden gewesen wären?“

„Die Bundesregierung hätte einfach den Jahresverbrauch der verschiedenen Waren und die Leistungsfähigkeit der Berufszweige zur Erzeugung der erforderlichen Waren feststellen sollen. Sache der Berufsgenossenschaften wäre es dann gewesen, die Produktion zu regeln. Solche Ermittelungen der Regierung, welche den ungefähren Bedarf feststellten, hätten der arbeitenden Menschheit eine ziemlich klare Vorstellung von ihren Aufgaben gegeben. Jeder Berufszweig hätte sich organisieren, Vertreter zu einer Nationalkonvention wählen und auf dieser die Arbeit verteilen können. Die Arbeit ins Blaue hinein, die Überfüllung der Märkte mit ins Massenhafte erzeugten Waren, hätte so vermieden werden können; und doch wäre der Wettbewerb, sowohl zwischen den verschiedenen Fabriken, wie zwischen den einzelnen Arbeitern aufrecht erhalten worden, der Wettbewerb, durch den allein tüchtige und reichliche Arbeitsleistungen erzielt werden.“

„Wenn aber trotzdem mehr Waren hergestellt worden wären, als verbraucht wurden,“ wandte ich ein.

„Das würde natürlich der betreffende Berufszweig verschuldet haben und die übeln Folgen würden auf ihn gefallen sein,“ entgegnete Forest.

„Angenommen aber, daß sämtliche Angehörige eines Gewerbes sich zu dem Zwecke verständigt hätten, für ihre Erzeugnisse einen unverhältnismäßig hohen Preis zu verlangen und das zu bilden, was man zu meiner Zeit einen ‚Trust‘ nannte,“ fragte ich. „Wie wären Sie einer solchen Ausbeutung des Volkes begegnet?“

„Ein Bundesgesetz hätte das Volk gegen jeden solchen Raubversuch schützen können, welches verordnete, daß alles Eigentum der an solchen Raubplänen beteiligten Leute, Genossenschaften und Gesellschaften von den Ver. Staaten beschlagnahmt und an den Meistbietenden verkauft werden solle, sobald ein annehmbares Gebot erfolge. Bis dahin hätte die Regierung durch Verwalter den Betrieb besorgen lassen oder letzteren einstellen können. Die Einfuhr hätte unter Umständen den Bedarf gedeckt, bis der volle Betrieb wieder aufgenommen worden wäre.“

„Und wie würden Sie die vielen Arbeitseinstellungen gehindert haben, welche die Erwerbsthätigkeit unserer Tage so oft störten?“ fragte ich weiter.

„Durch Ermutigung der Arbeiter zur Begründung von Produktivgenossenschaften,“ antwortete Forest. „Ich habe bereits auseinander gesetzt, wie leicht solche Teilhaberschaften begründet werden konnten. Ein Dutzend Schneider oder Schuhmacher konnten einen Flur mit Dampfkraft mieten, einige Näh- und sonstige Maschinen anschaffen und ihre Arbeitserzeugnisse dann unmittelbar an andere Arbeiter verkaufen. Dadurch hätten sie sich den Gewinn der Fabrikanten, Großhändler, Kleinhändler und Arbeiter gesichert, d. h. allen Gewinn, der überhaupt in ihren Erzeugnissen steckte. Und es gab im Jahre 1887 kein Gesetz, welches die Arbeiter hinderte, derartige Produktivgenossenschaften zu begründen, oder ihre Bedürfnisse an Kleidern, Schuhwerk, Möbeln u. s. w. nur von Produktivgenossenschaften zu kaufen. Die Fabrikanten würden, sobald es offenbar geworden, daß die Arbeiter nur von Produktivgenossenschaften kaufen wollten, sehr gern bereit gewesen sein, ihre Einrichtungen billig herzugeben, billiger, als die neuen Gesellschaften sie hätten einrichten können. Ich meine, es müsse kein Vergnügen gewesen sein, zu ihrer Zeit ein Geschäft zu leiten, in welchem viele Leute arbeiteten. Denn die vielen Arbeitseinstellungen müssen es den Geschäftsleitern fast unmöglich gemacht haben, Voranschläge für das nächste Jahr zu berechnen, oder Kontrakte abzuschließen. Deshalb würden, wie ich mir vorstelle, die Eigentümer von Fabriken froh gewesen sein, wenn sie ihre Einrichtungen zu einigermaßen günstigen Preisen hätten verkaufen können. Und die Arbeiter hätten nichts [Gescheiteres] thun können, als die Fabrikanten zu veranlassen, die Leitung der Geschäfte gegen eine angemessene Bezahlung weiter zu führen. Dies würde den ferneren erfolgreichen Geschäftsbetrieb wesentlich erleichtert haben. Bei einem solchen Abkommen würden die Arbeiter durch monatliche Abschlagszahlungen Eigentümer geworden sein, sie würden sich dadurch die volle Bezahlung für ihre Arbeit gesichert haben, der frühere Eigentümer hätte für seine Einrichtungen einen angemessenen Preis erhalten, wäre aller Sorgen ledig und erhielte für seine Arbeit auch eine angemessene Bezahlung.“

„Ich glaube, daß den meisten Fabrikanten und Geschäftsleuten meiner Zeit durch die unaufhörlichen neuen Forderungen und Streiks ihrer Leute die Leitung großer Unternehmungen so verekelt war, daß sie ihren Besitz gern verkauft hätten,“ bemerkte ich. „Aber was wäre aus den Groß- und Kleinhändlern geworden?“

„Sie hätten ihre Waren verkaufen und sich dann entweder einer Genossenschaft anschließen oder den Laden einer solchen verwalten können. Auch stand es ihnen frei, sich eine andere Berufsthätigkeit zu suchen,“ entgegnete Forest. „Die Arbeiter Ihrer Tage hätten in der angedeuteten Weise einen Berufszweig nach dem andern auf genossenschaftlicher Grundlage organisieren können, bis die gesamte Industrie durch große, in Nationalverbände vereinte, Genossenschaften betrieben worden wäre.“