„Die Gas- und Wasserwerke, sowie die Straßenbahnlinien hätten Sie vermutlich unter die Leitung der Stadtverwaltungen gestellt,“ fragte ich.

„Allerdings,“ antwortete Forest. „Aber ehe ich mich mit städtischen Angelegenheiten befaßt hätte, würde ich unter die Bundesverwaltung auch noch diejenigen Wald- und Bergwerksländereien gestellt haben, welche damals den Ver. Staaten noch gehörten, d. h. ich würde eine geordnete Forst- und Bergwerkswirtschaft eingeführt haben. Wenn das Volk der Ver. Staaten einigermaßen vernünftig mit den ungeheuren Wäldern gewirtschaftet hätte, welche früher weite Gebiete dieses großen Landes bedeckten, so würden wir jetzt, im Jahre 2000, nicht an Holzmangel leiden.“

„Was würden Sie mit den Bankiers und mit den Kaufleuten angefangen haben?“

„Nichts,“ entgegnete Forest. „Die zahlreichen Produktivgenossenschaften hätten nicht nur Männer gebraucht, welche den Betrieb der Fabrik leiten konnten, sondern auch Geschäftsführer und Buchhalter. Denn die Arbeiter würden sehr bald die Entdeckung gemacht haben, daß die Handarbeit allein nicht genügt, um ein großes Unternehmen mit Erfolg und zum Nutzen aller Beteiligten zu betreiben. Als Geschäftsleiter und Buchhalter hätten viele Bankiers und Buchführer wieder Anstellung gefunden. Die Eigentümer von Läden aller Art hätten, falls von den Produktivgenossenschaften Verbrauchsvereine begründet worden wären, die alle Waren hielten, wie zu Ihrer Zeit die sogenannten „Country Stores“, sehr leicht Anstellung finden können, nachdem sie ihren Warenvorrat verkauft hatten.“

„Ich glaube, daß unter Ihrem System alle Läden gezwungen worden wären, ihre Thüren zu schließen,“ bemerkte ich. „Denn die verschiedenen Gewerkschaften hätten ganz sicher eigne Läden eingerichtet, alle Waren im großen gekauft und den Mitgliedern der Genossenschaften mit kleinem Gewinn wieder verkauft. Mit solchen Geschäften hätten die Kaufleute natürlich nicht konkurrieren können. Diejenigen Ladenbesitzer, welche nicht imstande gewesen wären, Anstellungen in den Geschäften der Genossenschaften zu erlangen, hätten sich nach anderer Arbeit umsehen müssen — für viele derselben ein hartes Los!“

„Der Übergang von dem Betrieb der Industrie auf Rechnung einzelner Leute oder Aktiengesellschaften zu dem Betrieb durch Produktivgenossenschaften wäre sicher kein plötzlicher gewesen, sondern allmählich geschehen,“ erklärte Forest. „Dadurch hätten die Kaufleute vielleicht dreißig oder fünfzig Jahre Zeit gefunden, sich in die neue Ordnung der Dinge zu schicken. Ihre Kinder hätten sich, anstatt Kaufleute zu werden, den Gewerkschaften anschließen können. Außerdem liegt kein Grund zu der Annahme vor, daß aller kaufmännischen Thätigkeit einzelner durch die Läden der Verbrauchsgenossenschaften ein Ende gemacht werden müßte. Die Billigkeit einer Ware allein sichert ihr nicht unter allen Umständen die Käufer. Der Geschmack beim Einkaufe hat sehr viel damit zu thun und viele Leute zahlen lieber für einen Gegenstand, der ihnen gefällt, etwas mehr, als für einen andern, der eben so zweckentsprechend, aber nicht so hübsch ist. Deshalb hätten Kaufleute, die beim Einkauf ihrer Waren feinen Geschmack entwickelten, immer auf Kundschaft zählen können, allen Genossenschaftsläden zum Trotz. — Auch in vielen Landbezirken hätten sich Läden einzelner Kaufleute wohl halten können.“

„Sie sagten, Sie würden ein Bundesgesetz erlassen haben, demzufolge niemand mehr als 40 Äcker Land besitzen sollte,“ sagte ich. „Hätten Sie auch das Recht der Städter auf Besitz von Grundeigentum beschränkt?“

„Der Besitz eines Hauses hätte jeden billig denkenden Menschen befriedigen sollen,“ entgegnete Forest. „Niemand kann in Abrede stellen, daß die Ansammlung von Reichtümern, die sich in die Millionen beliefen, in den Händen einzelner, während andererseits viele nicht die nötigsten Lebensbedürfnisse hatten, diesem verdammenswerten Kommunismus vorarbeitete, ihn ermöglichte.“

„Wie hätten Sie aber die Ansammlung von großen Reichtümern verhindern wollen?“ fragte ich neugierig.

„Durch Änderung des Steuerwesens,“ antwortete Forest. „An Stelle mancher Steuern, welche Sie erhoben, und welche großenteils den Unbemittelten mehr belasteten als den Reichen, hätte ich eine Erbschaftssteuer eingeführt, die zur Aufrechterhaltung der Bundes-, Staats- und Gemeinderegierungen beigetragen hätte. Ich würde eine Steuer von einem Prozent auf jede Erbschaft vorgeschlagen haben, welche jemandem zufiel und sich auf nicht mehr als 10 000 Dollars belief. Eine Erbschaft von 20 000 Dollars würde ich mit zwei Prozent besteuert haben, 30 000 Dollars mit drei Prozent, 100 000 Dollars mit zehn Prozent, 200 000 Dollars mit zwanzig Prozent, 500 000 Dollars mit fünfzig Prozent. Hätte jemand ein so großes Vermögen hinterlassen, daß auf jeden Erben mehr als 500 000 Dollars (d. h. nach Abzug der Erbschaftssteuer 250 000 Dollars) entfallen wären, so würde der Überschuß als ein Erbteil der Menschheit angesehen zur Bestreitung der Bundes-, Staats- und Gemeindeausgaben verwendet worden sein.“