Was habe ich beim Fahren im Wagen zu beachten?
Als Herr überläßt man der Dame den Rücksitz des Wagens. Nur wenn man bekannt oder verwandt mit einer Dame ist, darf man die Einladung annehmen, sich neben sie zu setzen.
Der Platz rechts gehört der Dame. Steht der Wagen so, daß der Platz rechts beim Einsteigen der nähere ist, so steigt man entweder rasch vor der Dame ein, oder man geht um den Wagen herum und besteigt ihn von der andern Seite.
Als jüngere Dame hält man es älteren Damen oder vorgesetzten Damen gegenüber ebenso. Ist kein Bedienter da, so öffnet der Herr der Dame den Schlag. Will man im Omnibus oder auf der Straßenbahn seinen Platz einer Dame abtreten, so kann man dies tun, genötigt dazu ist man aber nicht.
Die Vorstellung.
In jeder Gesellschaft verlangt es der gute Ton, daß man sich den unbekannten Personen vorstellen läßt.
In der Regel wird der Hausherr oder ein guter Freund dies schon aus freien Stücken tun, wird es jedoch versäumt, so bitte man darum. Ein Herr wird stets einer Dame vorgestellt; der jüngere stets dem älteren, der niedere Stand stets dem höheren.
Die Vorstellung erfolgt meist mit folgenden Worten:
Gestatten Sie mir, Ihnen Herrn M. vorzustellen — Herr L.; oder: Gestatten Sie, daß ich die Herren miteinander bekannt mache: Herr Kaufmann M. — Herr Baurat L. Oder man sagt auch nur beide Namen der vorzustellenden Personen. Jüngere Personen sind bei der Vorstellung meist etwas ängstlich, sie wissen nicht, wer zuerst vorgestellt werden soll.
Ist kein bestimmter Alters- oder Standesunterschied vorhanden, so stellt man den Hinzukommenden stets den Anwesenden vor; ist deren Zahl sehr groß, so nennt man auch nur den Namen des Hinzukommenden, etwa mit den Worten: „Mein Freund Müller“, und dieser stellt sich dann den einzelnen Personen gelegentlich selbst vor, denn nichts ist lächerlicher, als 30–40 Personen-Namen hintereinander herzusagen; der Vorgestellte kann sie ja doch nicht behalten.