Das Trikot ist vielleicht weniger schick wie dieses Beinkleid, aber unendlich praktischer. Im Winter muß es aus Seide, im Sommer aus sehr feinem Zwirn und immer von perlgrauer Farbe sein. Vornehmlich darf man keine Phantasie-Farbennuancen wählen. Vor allen Dingen muß man sich aber vor der Fleischfarbe hüten.
Das Trikot wird im Sitz, in der rechten Kniekehle und im rechten Knie erweitert angefertigt. Obwohl es nicht zu eng sein darf, muß es doch fest anschließen und darf keine Falte schlagen.
Man brauche kein Korsett, wenn man es irgend entbehren kann. Man benutze nichts, als ein enggeflochtenes Tragband aus Seide, um die Falten des Hemdes zu ordnen und das Beinkleid oder das Trikot festzuhalten.
Ist man ein Korsett zu tragen genötigt, so sei es schmiegsam und sehr kurz, damit es nicht auf den Hüften scheuert. Dann sei es aus weißem schwedischen Leder lose geschnürt, keineswegs festanschließend und gar oben mit Spitzen besetzt, damit sich nichts unter dem Reitkleide markiert. Das mit einer Rüsche verzierte Korsett markiert sich stets auf dem Rücken des Kleides, und zu Pferde ist es noch mehr als anderswo von Wichtigkeit, daß alles glatt sitzt und nichts die Linien unterbricht.
Der Stiefel muß aus lackiertem Kuhleder oder dem gewöhnlichen Lackleder bestehen und im Schaft oben geschmeidig sein; das ist die Form des alten Stiefels nach Stallmeisterinart, welcher sich längs des Beins gut anschmiegt, und zu welchem ein sehr niedriger englischer Absatz gehört. Viele Damen tragen den Chantillystiefel, und das ist abscheulich.
Dieser Stiefel nämlich, der einzig elegante und praktische für die Herren, paßt ganz und gar nicht für die Damen, und zwar aus zwei Gründen. Erstens verunstaltet er den Knöchel und macht ihn plump, und zwar dermaßen, daß man in diesem Falle auf die entsetzliche lange Hose zurückzugreifen gezwungen ist. Der andere ist der, daß beim Traben der Rock sich in den zu harten Schaft zwängt und dann unangenehm auf dem Knie spannt. Der Stiefel dagegen muß im Spann so weit sein, daß er beinahe ausgeschlenkert werden kann.
Der Sporn sei gerade und kurz, aus Stahl, Nickel oder Silber, das Rädchen mit spitzen Stacheln versehen, denn der Sporn soll weder ein Spielzeug noch ein Zierrat, sondern vielmehr wirklich ein Hilfsmittel sein. Er wird mit einem kleinen Riemen aus sehr weichem Lackleder befestigt.
Die Busenkrawatte besteht aus weißem Batist oder aus solchem mit kleinen, kaum wahrnehmbaren Mustern; die Nadel ist einfach, ein Hirschhaken, eine Tiegerklaue, ein St. Georgstaler oder sonst eine goldene Münze, aber keine Nadel, die den Anschein eines »Kleinods« hat.
Als Kopfbedeckung wird ein schwarzer Seidencylinder oder ein solcher aus grauem Filz getragen. Niemals aber trägt die Dame, welche Anspruch erhebt, korrekt zu sein, irgend einen anderen Phantasiehut im Bois. Auf dem Lande ist das selbstredend gestattet. Der Hut von hoher Form braucht sich nicht nach der neuesten Mode zu richten. Er muß ziemlich hoch sein und darf keine flache Krempe haben. Im übrigen ist das einzige erlaubte Arrangement ein kleiner, grauer, schwarzer oder blauer, um den Hut gewundener Gazeschleier, Bänder aber oder irgend etwas »Flatterndes« sind nicht statthaft.
Der kleine melonenförmige Hut, der Matrosenstrohhut und selbst der Tirolerhut werden auf dem Lande getragen.