„Na, dann sind wir uns ja einig! Ich stelle nunmehr den Antrag, mit dem Essen zu beginnen.“ Heino sah sich lächelnd im Kreise um. „Es erfolgt kein Widerspruch, der Antrag ist einstimmig angenommen. Kalinski, die Suppe! Und auf meine Rechnung eine Flasche Champagner extra, der Herr Kollege Meyer und ich haben ein freudiges Ereignis zu begießen!“ — — —

II.

„Stradaunen, sechs Minuten!“ Der Schaffner eilte am Zuge entlang und riß die Türen auf. Aus einem Coupé zweiter Klasse stieg ein schmächtiger junger Mann in elegantem Reiseanzuge, rückte mit einer mechanischen Handbewegung den Klemmer in dem bartlosen Gesichte zurecht und sah sich suchend um.

Herr Kalinski, der in Anbetracht der vorausbestellten zwei Zimmer mit Salon persönlich auf dem Bahnhofe erschienen war, trat herzu und lüftete den schäbigen Zylinder.

„Habe ich die Ehre mit Herrn Referendar Brenitz aus Berlin?“

„Zu dienen, mein Name ist Brenitz.“

„Kalinski! Repräsentant des Grand Hotel de Russie. Und jetzt geben Sie mir bitte den Gepäckschein für Ihr Koffertchen, das kann der Hausknecht mit dem Omnibus besorgen. Wir beide gehen wohl am besten zu Fuß. Der Omnibus hat keine Federn, und auf unserm Steinpflaster stuckert’s so, daß man die Seekrankheit kriegen kann.“

Ueber das schmale Gesicht des jungen Mannes flog ein Lächeln. Der breite ostpreußische Dialekt, der in seiner Klangfarbe etwas unsäglich Gutmütiges und Treuherziges hat, amüsierte ihn.

„Ein Köfferchen? Ich habe, außer meinem übrigen Gepäck, allein zwölf schwere Bücherkisten mitgebracht. Es dürfte sich also wohl empfehlen, einen größeren Wagen zur Abholung zu schicken.“

Herrn Kalinski verschlug’s vor Erstaunen fast die Rede: