Statt dessen erscholl aus der dichten Kiefernschonung, die die Lichtung von der einen Seite umgab, eine gewaltige Stimme:
„Halt, im Namen des Gesetzes, halt!“
Gleich danach aber arbeitete sich die dicke Figur des städtischen Polizeiwachtmeisters durch die regennassen Zweige, gefolgt von Herrn Popiella, dem Wirte des Grand Hotel de Russie, trat in die Mitte und schrie:
„Halt und nochmal halt! Wer sich von der Stelle rührt, ist verhaftet!“
Der lange Heino war der erste, der sich von der plötzlichen Ueberraschung erholte.
„Nanu, Herr Wachtmeister, und weshalb stören Sie uns in unserm harmlosen Vergnügen? Das Ganze ist nämlich nur eine Wette, weil der Herr Provisor behauptet hatte, er schieße besser als Herr Brenitz!“
„Hat sich was mit Wette,“ sagte der Wachtmeister, „und mich machen Sie ja nicht dumm, Herr Baron! Das hier ist eine zweikämpferische Vergehung gegen das Strafgesetzbuch, Sie kriegen alle zu sitzen, meine Herren, und infolge eingegangener Anzeige werde ich jetzt die Corpusse Delikti konfiszieren!“
Der Herr von Bergkem wandte sich lachend zu dem Wirte des Grand Hotel: „Ihnen also, Herr Popiella, verdanken wir diese Störung unseres morgendlichen Spazierganges?!“
„Na nu, nein,“ erwiderte der Brave und schickte einen zornigen Blick zu dem Herrn Provisor hinüber, „wenn Sie, und Sie haben einen Gast, der bei Ihnen fest auf drei Monate gemietet hat, würden Sie sich den so mir nichts dir nichts totschießen lassen?“
„Nein,“ versetzte der lange Heino, „und das ist ein sehr vernünftiger Standpunkt, viel vernünftiger als manches, was in den letzten vierundzwanzig Stunden hier von den verschiedensten Seiten vertreten wurde!“ Er steckte die Hände in die Taschen seines Regenmantels und sah sich lachend um.