Der Diener trat in die Tür: „Herr Baron, der Pirschwagen ist vorgefahren.“

Brigitte stand auf und strich sich eine widerspenstige kleine Locke aus der Stirn.

„Kommen Sie, Herr Brenitz, Sie sollen neben mir sitzen und weiter von Fräulein Trudchen schwärmen!“ Sie sagte es lachend, aber ein leiser Ton des Aergers mischte sich ein.

Und Peter verneigte sich wieder mit der Hand auf der Brust: „Aber mit Wonne, mein gnädigstes Fräulein!“

Im Aufrichten sah er, wie das starkknochige Gesicht des jungen Grafen sich jählings verfinsterte. Da hätte er am liebsten gesagt: „Geh’, gräm’ Dich nicht, es ist doch bloß alles Komödie,“ aber er begnügte sich mit einem Achselzucken und schritt zur Tür hinaus.

Draußen neben dem leichtgebauten Wagen befestigte Brigitte das grüne Jagdhütchen, das ihr eine Kammerzofe reichte, auf dem vollen Haar, schlüpfte in einen bereit gehaltenen Mantel und zog langsam die Fahrhandschuhe an. Sie wartete auf irgendein Wort, das die Stimmung von gestern wiederbringen sollte, aber das Wort blieb ungesprochen. Peter Brenitz stand vor ihr, tausend sehnsüchtige Gefühle rangen in seinem Herzen nach Ausdruck, eine unklare Ahnung sagte ihm: „das jetzt ist der entscheidende Augenblick, nimm ihn wahr und halt ihn fest,“ aber er war mit einem Male wieder scheu und befangen. Und als er endlich den Mund öffnete, gab es eine glatte Phrase. Ob das Wetter sich wohl bis zum Abend halten würde, fragte er, denn hinter den Scheunen zöge eine dunkle Wolkenwand herauf.

„Möglich,“ erwiderte Fräulein Brigitte kurz angebunden, schwang sich leicht auf den Kutschsitz und versammelte die Zügel in ihrer nervigen kleinen Hand.

In der dämmerigen Halle aber faßte der große Hanns aus Hellingenau den Herrn von Bergkem mit festem Griffe am Arm.

„Du, Heino?!“

„Na, was denn?“