„Wenn das Rumgezerge noch lange so weitergeht, brech’ ich diesem schmachtlappigen Jüngling aus Berlin alle Knochen im Leibe entzwei!“
In Heinos Augen blitzte es auf, aber er neigte nur kühl den Kopf.
„Entschuldige, lieber Hanns, Herr Brenitz ist mein Gast. Und ich wüßte nicht, daß er Dir irgendwie zu nahe getreten sein sollte.“
„Unsinn, Du verstehst mich ganz gut. Der Kerl hat die Frechheit und macht Brigitte den Hof!“
Heino blieb stehen und lachte kurz auf.
„Was Du sagst?! Aber, ganz unter uns, was geht’s Dich an? Wenn wir — ich setze ’mal den Fall — diese stille Bewerbung nicht ganz ungern sehen sollten, wer gibt Dir das Recht, hier so ungeschlacht eingreifen zu wollen?“
Die Worte waren geschickt gewählt und verfehlten nicht ihre Wirkung. Der große Hanns blieb stehen und schlug mit der mächtigen Faust an die Brust:
„Heino, wahrhaftigen Gott, ich mein’ es ehrlich, wenn ich’s auch nicht immer so geläufig von mir geben kann! Aber, glaub’ mir, es lag so allerhand drum ’rum, daß ich bisher noch nicht hier mit offenem Visier antreten konnte!“
„Ich denke doch, Du bist majorenn und seit dem Tode Deines Herrn Papas der Chef Deiner Familie?!“
„Das war das rechte Wort!“ Der junge Graf Hellingen richtete sich auf und streckte die Rechte aus. „Also Handschlag! Morgen nachmittag fährt meine alte Dame hier vierelang in den Hof mit der Glaskutsche, und ich hoffe, sie wird von Deinen Damen mit dem nötigen Entgegenkommen empfangen werden.“