Der lange Heino entrichtete umständlich seine Strafe und, während er mit der Rechten in der Westentasche nach Groschen suchte, reckte er die Linke in die Höhe.
„Ich protestiere! Sollte der Antrag Meyer aber wider Erwarten angenommen werden, so bitte ich ums Wort zu einer persönlichen Bemerkung.“
Der Herr Vorsitzende blickte fragend im Kreise umher und entschied nach einigem Zögern: „Herr von Bergkem hat das Wort. Der Antrag auf Schluß der Debatte ist abgelehnt.“
Heino verneigte sich leicht.
„Verbindlichsten Dank. Ich richte nunmehr an unseren verehrten Herrn Präsidenten die dritte Anfrage, und zwar dahin zielend: Soll der mehrfach genannte Referendar Brenitz lediglich aus religiösen Gründen oder aber auch wegen Zugehörigkeit zur semitischen Rasse von der Tischgesellschaft Masovia ausgeschlossen werden?“
Die Steueramtsassistenten und der Regierungsbauführer feixten heimlich vor Vergnügen, der Herr Provisor bemerkte, ein wenig unsicher, diese letzte Frage wäre wohl die überflüssigste von allen dreien. Heino aber blieb unerschütterlich.
„O, doch nicht so ganz, Herr Kellmigkeit. Falls nämlich auch die Rassenfrage für die Zugehörigkeit zu unserer Tischgesellschaft ausschlaggebend sein sollte, müßten wir eine recht fatale Konsequenz ziehen und ein hochgeschätztes Mitglied unserer Tafelrunde ebenfalls ausschließen.“
Jetzt sprang der Referendarius Meyer auf, dunkelrot vor Zorn und Verlegenheit:
„Was wollen Sie damit sagen, Herr Kollege?“
„Nichts anderes, als in meinen Worten lag. Daß Sie, Herr Kollege Meyer, sowohl als auch Ihr Herr Papa bereits seit längerer Zeit dem christlichen Glauben angehören, ist mir wohlbekannt, ebenso aber auch, daß Sie, rein ethnologisch gesprochen, zu derselben Menschenrasse zählen wie der hier zur Verhandlung stehende Referendarius Brenitz. Ich müßte also zu meinem Bedauern Ihre Ausschließung beantragen, falls unsere Tischgesellschaft in ihrer Mehrheit meine eben gestellte Frage bejahen würde.“