„Prost, Brenitz! Und, wenn ich bitten darf, nicht so förmlich. Wir sind uns in der kurzen Zeit damals doch ein bißchen näher gerückt?!“
„Allerdings. Wenn ich mir also gestatten darf: Prosit, Heino!“
„Prost! Aber jetzt sagen Sie mal, Menschenskind, weshalb haben Sie in den ganzen Jahren nichts von sich hören lassen? Immerzu hab’ ich auf irgend ’ne Nachricht von Ihnen gelauert, aber nichts, nicht ein Wort, nicht ’ne Silbe, na und da verstockte sich auch mein Herz. Ich dachte schließlich, Sie hätten irgend ’was übelgenommen.“
„Aber durchaus nicht!“ Peter spielte verlegen mit seinem Glase und stotterte ein paar dürftige Entschuldigungen. In der ersten Zeit wäre er zu sehr in Anspruch genommen worden, dann aber hätte er befürchtet, mit Berichten über sein Ergehen vielleicht nur lästig zu fallen.
„Unsinn!“ sagte der lange Heino, „Sie mußten es doch gemerkt haben, daß wir Sie alle recht gern hatten. Und meine alte Dame hat mir viele Grüße für Sie aufgetragen!“
„Herzlichen Dank! Und wenn ich fragen darf, wie geht es Ihrer verehrten Frau Mutter?“
„Danke, so leidlich. Plagt sich auf Przygorowen und ist noch ein bißchen weißer und hinfälliger geworden.“
„Und Ihrer Frau Schwester? ...“ Zu der Frage hatte er sich erst ganz besonders sammeln müssen, um sich nicht nachträglich noch zu verraten. Und der andere schien wirklich nichts gemerkt zu haben. Er runzelte die Stirn und nahm einen hastigen Schluck.
„Frau stimmt nicht ganz. Immer noch Fräulein!“
Das Herz drohte Peter still zu stehen vor freudigem Schreck.