„Verzeihen Sie, ich hätte Sie heute nicht mehr belästigt, aber ich habe einen Auftrag.“

Heino hob den Kopf.

„Nanu? Sollte ich vielleicht unwissentlich einen gekränkt haben, und Sie wollen’s wieder einrenken?“

Peter Brenitz faßte nach seinem ins Rutschen geratenen Klemmer.

„Es handelt sich nicht um solche Unbeträchtlichkeiten. Vielleicht entsinnen Sie sich, daß Sie einmal vor Wochen aus meiner Wohnung und auf einem meiner Briefbogen nach Hause schrieben. Daher hat Ihr Fräulein Schwester wohl meine Adresse, und daher mag der Auftrag stammen, mit Ihnen ein paar Worte zu sprechen.“

Heino griff in die Tasche und steckte sich eine Zigarette an.

„Verbindlichsten Dank, lieber Kollege, aber haben Sie Gnade! Mir ist schon ganz elend vor lauter Selbstvorwürfen, und alle irgendwie erdenklichen Beleidigungen habe ich mir bereits eigenhändig zugefügt. Wenn Sie mir also nichts anderes zu sagen haben?!“

„O doch! Nur sollte ich Sie meinem Auftrage gemäß erst schonend vorbereiten. Und jetzt nehmen Sie Ihr Herz in beide Hände, Heino ...“

Er schrie auf: „Meine Mutter?“

„Ja, Ihre Frau Mutter ist heute mittag gegen zwei Uhr sanft eingeschlafen. Wenn es Ihnen ein Trost ist, mit Ihrem Namen auf den Lippen. Vorne an der Freitreppe erklang die Glocke, und da richtete sie sich freudig auf: Horch, Brigitte, die Nachricht. Er hat’s bestanden, der Heino ...“