„So, so,“ sagte der alte Herr. „Das klingt ja sehr verlockend und kommt meinen Wünschen recht entgegen. Ich suche auch schon lange nach einem, auf dessen Schultern ich ein Teilchen von meinen Lasten abladen könnte. Nur vertrauen müßte ich ihm können wie Dir, denn hier in diesem Hause spinnt sich manches an, was verfehlt wäre, wenn man’s vorzeitig auf die Gasse tragen würde.“

„Vertrauen?“ Ueber Peters schmales Gesicht flog ein Lächeln. „Würde ich wohl für ihn eintreten, wenn ich für ihn nicht bürgen könnte, wie für mich selbst?“

Der Geheimrat Brenitz stand auf, der Fall fing an ihn zu interessieren.

„Wie heißt denn der Freund, für den Du Dich so ins Zeug legst?“

„Heino Freiherr von Bergkem!“

„Sieh mal an! Die Traditionen der Väter setzen sich also in den Söhnen fort! Der Name ist immerhin eine gewisse Empfehlung. Aber, verzeih, wenn ich in einer so wichtigen Frage ein wenig vorsichtig bin. Ein junger Herr aus altadligem Hause, der sein Fortkommen in einem Bankgeschäft sucht, ist eine etwas ungewöhnliche Erscheinung, Du wirst es mir also wohl nachsehen, wenn ich nach den Gründen forsche.“

Da senkte Peter, ein wenig beklommen, den Kopf.

„Er ist heute im Assessorexamen durchgefallen und hat gestern im Klub sein letztes Geld verspielt.“

Der alte Herr lachte belustigt auf.

„Das ist allerdings eine seltsame Empfehlung! Und wenn ich sie in einer trockenen Auskunft lesen würde, glaube ich nicht, daß ich mich mit diesem Herrn von Bergkem noch lange beschäftigen würde. Aber ich schätze, Du wirst nicht bloß in blinder Freundschaft gehandelt haben, sondern aus dem Gefühl heraus, Deinem alten Oheim und der väterlichen Firma einen Dienst zu erweisen?“