Da lächelte Peter still vor sich hin, denn jetzt glaubte er’s ganz genau zu wissen, wer dieser geheimnisvolle Lebensretter war, aber er empfand fast ein Gefühl des Neides gegen den Bruder Leichtfuß, der sich wieder einmal, vielleicht ohne es zu wollen, für seine zukünftige Laufbahn das beste Bett bereitet hatte ...
Nach einer Weile fragte er: „Lieber Onkel, verzeih, aber Du bist mir noch immer die Antwort auf meine Frage schuldig. Würdest Du also vielleicht geneigt sein, den Herrn von Bergkem in Dein Geschäft aufzunehmen? In irgendeiner Stellung, in der er nach angemessener Vorbereitung seine besonderen Fähigkeiten zeigen könnte, als Volontär etwa oder meinetwegen als Dein Privatsekretär?“
Der alte Herr Geheimrat hob den klugen Kopf mit dem mächtigen Schädel.
„Ich denke, darüber waren wir uns doch schon einig? Also schick’ ihn her, Deinen Freund, und ich will ihn mir ’mal ansehen. Aber — verzeih, im Augenblick nämlich hab’ ich’s wieder vergessen — wie hieß die Schwester dieses Herrn von Bergkem mit Vornamen?“
„Brigitte,“ antwortete Peter rasch, und zu spät erst merkte er mit jähem Erröten, daß er in eine geschickt gelegte Falle getreten war.
„So, so,“ sagte der alte Herr, „Brigitte! Ein sympathischer Name, und ich erinnere mich jetzt, ihn mal vor Zeiten, ehe Du krank aus Ostpreußen zurückkamst, in einer Auskunft gelesen zu haben. Du aber, mein Söhnchen, nimm Dich in acht, daß er Dir nicht etwa auch hier das Klima verleidet. Vielleicht ist’s nicht gesund für Dich, mit diesem Fräulein Brigitte ein und dieselbe Luft zu atmen.“ — — —
VII.
„Przygorowen, am Ostermontag.
Mein lieber Peter!
All die gleichgültigen Menschen, die eine halbe Stunde lang die Hügel auf unserem kleinen Kirchhof zertrampelt haben, sind fort. Mein liebes Mütterchen liegt draußen in der kühlen Erde, und ich sitze allein mit Brigitte in dem alten Hause der Bergkems. Es geht ans Abschiednehmen.