Der Russe erwiderte den Salut und sprach mit finsterem Gesicht in dem harten Dialekt, der in den Ostseeprovinzen gesprochen wurde: »Errsuche höfflichst, meinen Unteroffizier freizugebben. Sein Gaul ist ein Durchgänger, er hatte durchaus nicht die Absicht, mit Ihnen auf eigene Faust Krieg anzufangen.«
Gaston verneigte sich leicht im Sattel.
»Das habe ich nicht einen Augenblick lang befürchtet.« Er rief über die linke Schulter: »Unteroffizier, geben Sie den Mann wieder frei. Er ist nur aus Versehen über die Grenze geritten.«
Der baumlange Unteroffizier, der den Russen im Genick hielt, nahm die Hacken zusammen.
»Zu Befehl, Herr Rittmeister!« Und mit einem gutmütigen Schubs gab er dem Gefangenen den Kragen frei: »Lauf, kleiner Russ', aber komm mir nich noch 'mal in die Finger! Sonst nehm' ich Dich unterm Arm nach Hause, mach' Biefstick aus Dir.«
Die Ordensburger fünfte Schwadron lachte hell auf. Der Führer der Grajewoer Dragoner bekam einen roten Kopf.
»Herr Kamerad, ich bitte, Ihrem Untergebenen diese Redensarten zu untersaggen!«
»Herr Kamerad, dazu habe ich nicht die geringste Veranlassung,« war die kühle Antwort. »Es ist ein Zeichen für die gegenseitige Stimmung. Und jetzt wären wir wohl fertig?«
»Serr wohl! Bis auf eine Kleinigkeit. Für ein ernsteres Zusammentreffen möchte ich gerne Ihren Namen wissen. Ich selbst heiße Freiherr von Heidedorff!«
Gaston mußte unwillkürlich lächeln.