»Na schon raus damit! Was ist los?«

»Also ich war gestern drüben in Kalinzinnen. Ich habe Grund zu der Annahme, Herr Rittmeister werden demnächst noch mal eingeladen werden.«

Gaston fühlte, wie es ihm ganz licht und weit wurde in der Brust.

»Wahrhaftig?«

»Sehr wohl, Herr Rittmeister. Ich habe sogar triftigen Grund!«

»Na, dann schön Dank, Kleiner! Heute mittag trinken wir die beste Flasche, die im Kasinokeller liegt.«

»Zu Befehl, Herr Rittmeister! Schon am frühen Morgen, als ich aufstand, sagte ich zu mir selbst: Karlchen, paß auf! Heute gibt es noch einen Lichtpunkt in Deinem kümmerlichen Leutnantsleben.«

Der Oberstleutnant Harbrecht hielt mit dem Major vom Stabe, seinem Adjutanten und einem Hauptmann von der Infanterie auf der Hügelkuppe, die vom Uebungsfelde heransprengenden Offiziere rangierten sich im Kreise. Gaston trieb seinen Fuchswallach drei Schritt vor, bat um die Erlaubnis, eine Meldung abstatten zu dürfen, und berichtete kurz über den Zwischenfall an der Grenze. Der auf demselben Gelände manövrierenden russischen Schwadron wäre ein Gaul mit dem Reiter durchgegangen auf preußisches Gebiet. Er habe geglaubt, aus diesem Versehen keine Staatsaktion machen zu müssen, und befohlen, den Russen wieder freizulassen, ohne erst an höherer Stelle um Genehmigung nachzusuchen.

»Hat sich der Herr von drüben gebührend entschuldigt?«

»Er bat höflich, seinen Mann, der ein durchgängerisches Pferd ritte, wieder freizulassen.«