Gaston von Foucar biß die Zähne aufeinander. Ekelhaft war das ... Er bot Josepha den Arm.

»Darf ich Sie zu Ihrem Wagen führen, gnädige Frau?«

Sie gingen an den Logen vorüber, die breite Treppe hinunter, an der Garderobe holte sie Herr Rheinthaler, ein wenig außer Atem, ein.

»Also, Josepha, wie Du Dich wieder einmal benommen hast ... Fräulein Sandori ist außer sich! Und wenn Du sie nicht sofort um Entschuldigung bittest ...«

Gaston fühlte ein seltsames Zucken im Arm, aber die lange geübte Selbsterziehung erstickte die zornige Aufwallung im Keime.

»Verzeihen Sie, Herr Rheinthaler, wenn ich mich einmische, aber bis zu einem gewissen Grade bin ich an dem ärgerlichen Auftritt beteiligt. Ich habe keine Ahnung von dem sonstigen Umgangston bei diesen abendlichen Vergnügungen, aber die Bemerkung dieses Fräuleins Sandori war eine freche Verdächtigung. Die Dame müßte also wohl zuerst um Entschuldigung bitten, wenn Sie überhaupt eine solche Staatsaktion für notwendig halten sollten.«

In dem hageren Gesicht leuchtete es auf. Herr Rheinthaler sah eine Möglichkeit, mit leidlichem Anstande zu Fräulein Sandori zurückkehren zu können.

»Da haben Sie recht! So etwas muß man am besten mit Stillschweigen übergehen. Morgen sind die beiden Damen wieder die besten Freundinnen – verlassen Sie sich d'rauf! Ich werde jetzt der Gegenpartei gut zureden! Wenn Sie die Liebenswürdigkeit haben wollten, bei meiner Frau das gleiche zu versuchen, wenn Sie sie jetzt nach Hause bringen ...«

Mitten in aller Erregung mußte Gaston auflachen.

»Ich soll Ihre Frau Gemahlin nach Hause bringen?«