Annemarie hatte mit aufgeregten Augen zugehört. Ehe ihr Vater etwas sagen konnte, streckte sie impulsiv dem Rittmeister von Foucar die Hand entgegen.
»Furchtbar interessant ist das! Und überhaupt, wo Onkel Franz so große Stücke auf Sie hält. Sind Sie Jäger?«
Gaston blickte ein wenig verwundert auf.
»Sogar mit Passion. Aber bisher hatte ich, zu meinem Bedauern, nur wenige Male Gelegenheit.«
»Na ja, in Berlin!« sagte sie geringschätzig. »Aber das wird hier anders werden. Sie sollen bei mir in Kalinzinnen den besten Bock schießen, den es im Kreise je gegeben hat. Mindestens dreißig Zentimeter Stangenhöhe und geperlt bis in die Enden hinein ... ein ganz alter Bursche, schlau wie ein Fuchs, aber in der Brunst werden wir ihn schon kriegen!«
Der alte Herr hatte zum Fenster hinausgesehen. Hallo, was war das? Hatte sein sonst so zurückhaltender Blondkopf an diesem Rittmeister Feuer gefangen? Und daß das Mädel mit den Kalinzinner Rehböcken so freigebig umging, war allein schon ein bedenkliches Zeichen. Sonst war sie damit sehr knauserig.
»Annemarie,« sagte er, »freust Du Dich, daß wir endlich wieder nach Hause kommen?«
»Aber natürlich, Papa, riesig!«
»Und was Hermann wohl sagen wird, wenn wir endlich wieder da sind? Wahrscheinlich wird er an der Bahn sein.«
Annemarie runzelte die Stirn.