Der Oberst hob, ein wenig argwöhnisch, den Kopf. Wenn das ein »Schuster« war, war es jedenfalls ein sehr geschickter ... aber nein, aus jahrelanger Praxis besaß er ein Ohr, das für diese Sorte von streberischen Schmeichlern besonders geschärft war.

»So, so, nach Ostpreußen! Ich kann Ihnen sagen, auch die Menschen dort sind kein übler Schlag. Es lohnt sich, sie näher kennen zu lernen. Und wenn Sie sich an einen gewissen Oberst Wegener wenden wollten ...«

»Ach Gott, Herr Oberst ...«

Der Chef lachte kurz auf.

»Ne, ne, man nicht so voreilig. Der Oberst Wegener ist bloß ein kleines Kirchenlicht, aber wenn's nötig ist, kennt er gewisse Schleichwege von hinten 'rum. Und der Kommandeur von den Ordensburger Dragonern ist ein guter Freund von ihm, in zirka fünf Wochen will der einen seiner Schwadronchefs absägen, spätestens, hat er mir geschrieben, in fünf Wochen. Also würden Sie sehr beleidigt sein, wenn Sie ausnahmsweise schon vor dem Manöver hier aus der Rechnerei 'rauskommen würden?«

»Ach Gott, Herr Oberst ..., und ich weiß wirklich nicht ...«

»Ne, ne, ich weiß ja noch gar nicht, ob's auch einschnappen wird! Und, was ich fragen wollte, hat der Dichter da, von dem Sie vorhin sprachen, auch was über die ostpreußischen Mädels geschrieben?«

»Einen Hymnus, Herr Oberst!«

»Da hat er recht! Und Sie sind doch hoffentlich noch frei?«

Der Hauptmann von Foucar lachte.