»Prost, Karlchen.«

Der ältere der beiden Brüder ließ die Zeitung sinken, in der er eifrig gelesen hatte, und nahm ebenfalls einen tiefen Schluck.

»Prost, Kinder! Da ist doch in Berlin wieder mal was Dolles passiert, was für den ganzen Stand nicht gerade dekorativ wirkt ... ein Leutnant hat sich dotgeschossen!«

»Ach ne! Wieso denn?«

»Das steht nich drin. Nur eine ganz kurze Notiz.« Er zeigte sie den anderen: »In unserer Nachbarkolonie Grunewald erregte gestern abend ein Selbstmord beträchtliches Aufsehen. Vor dem Tor der Villa des bekannten Sportmannes R. erschoß sich ein elegant gekleideter junger Mann. Augenzeugen hatten beobachtet, wie er in gebrochener Haltung von einem Diener über den Vorplatz zum Ausgange geführt wurde. Gleich danach erhob er die todbringende Waffe. Aus Papieren, die man bei ihm fand, wurde seine Identität mit dem Oberleutnant v. W. von den Landsberger Husaren festgestellt. Seine Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht.«

»Scheußlich,« sagte der Lange in Zivil und griff sich in den Halskragen.

»Nicht wahr?« versetzte der ältere Gorski. »Ach, Karl, sieh doch mal in der Rangliste nach bei den Landsberger Husaren.«

Der Jüngere holte das Buch aus dem Schrank und blätterte nach.

»Da stehen drei Oberleutnants mit »W« drin: von Witten, von Wilding, von Wodersen.«

»Der letzte ist der berühmte Rennreiter. Und wenn man dazu hält: 'Villa des bekannten Sportmanns R ...'«