Es ist ein großer Unterschied zwischen schäbiger Eleganz und eleganter Schäbigkeit. Diese ist ein rührendes, Hochachtung einflößendes Zeichen des Widerstandes der Rasse gegen das herbe Schicksal, jene der unwiderlegliche Beweis abenteuerlicher Gemeinheit.


Der gesellschaftliche Snob ist ein Held von großer Bravour. Er erleidet täglich Demütigungen seiner Eitelkeit, die bis aufs Blut gehen. Aber er verschmerzt sie immer wieder und erklimmt auf Händen und Füßen die nächste Etappe.


Es gibt Menschen, die ihre unerbetenen Einladungen so lange zurückweisen lassen, bis man neugierig wird, den Träger einer derart jedes erlaubte Maß übersteigenden Schamlosigkeit zwischen seinen vier Wänden kennen zu lernen: dann ist ihr Zweck erreicht.


Wenn sich junge Leute aus guter Familie in einem Hause, wo sie zu Gast sind, ungezogen benehmen, ist immer das Haus daran schuld. Der besterzogene Mensch, gar ein junger, wird übermütig, wenn er sieht, daß er sich alles erlauben darf, und versucht aus Trotz gegen diese hündische Observanz immer von neuem, ob er in seiner Unart nicht noch weiter gehen könne. Es sollte zu denken geben, daß in den Häusern der Snobs und Parvenus gerade die jungen Leute sich am ungezogensten geben, die in ihren Kreisen auf das sorgfältigste den Anstand wahren.


Der typische Vertreter des neunzehnten Jahrhunderts — des Jahrhunderts der Lüge — ist der geadelte „Bürger“. Die Söhne spielen bereits die Aristokraten, und den Enkeln glaubt man es — aus Bequemlichkeit.