Acca erwiderte: »Als ich erwachte, waren sie da; sie kamen jedoch von einer andern Seite in die Höhle als wir. Zuerst erschrak ich heftig, fürchtete mich sehr und regte mich nicht, so daß sie meiner nicht gewahr wurden. Da hörte ich, was sie miteinander sprachen, ganz herrliche Dinge, so daß ich jede Angst verlor. Als dann jener schöne, alte Mann zu reden begann, erhob ich mich und schlich zu dir, um dich zu wecken. Aber du schliefst so fest. Da sahen mich jene guten Jungfrauen, traten zu mir, grüßten mich freundlich und forschten, wer wir seien und wie wir hierher gekommen. Ich sagte ihnen, du seiest des Atinas Sohn, der nach Rom gezogen, um dem Cäsar zu helfen, die Nazarener zu verderben, und daß ich mit dir zusammen die Insel verlassen und wir keine andere Stätte für die Nacht gefunden hätten. Da führten sie mich zu jenem ehrwürdigen Greise, und alle erwiesen mir Gutes. Dann sprach der alte Mann, und sie weinten bei seinen Worten, die groß und gewaltig klangen, wie ich niemals Worte gehört habe, selbst nicht aus dem Munde deines Vaters.«
»Aber wer sind sie?«
»Gute Menschen. Komm!«
Tullus blickte finster auf die Versammelten; da näherten sich ihm die Jünglinge und luden ihn ein, zu ihnen zu treten. Sie führten auch ihn vor jenen ehrwürdigen Greis, der ihn mit milden Worten anredete und willkommen hieß. Zu den anderen gewendet sprach er: »Rüstet das heilige Liebesmahl. Wenn diese beiden, die der Herr uns gesendet hat, auch nicht unseres Glaubens sind, so sind sie doch unseres Geistes; denn sehet, wie beiden die himmlische Liebe aus den Augen leuchtet. Deshalb mögen sie von fern an unserem Feste teilnehmen und in Frieden unter uns weilen.«
Sogleich brachte man einen Korb herbei; darin befand sich ein Krug voll Weins, ein Becher und ein Laib Brotes; langsam und feierlich, als wären es heilige Dinge, wurden sie herausgenommen. Der Alte stellte sich hinter einen altarähnlichen Stein, alle anderen ordneten sich vor ihm. Die beiden Jünglinge aber traten zur Seite des Greises.
Dieser sprach inmitten einer großen Stille: »Zwar des Menschen Sohn gehet hin, wie von ihm geschrieben stehet; wehe aber dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre demselben Menschen besser, daß er nie geboren wäre.
Und indem sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.
Und nahm den Kelch und dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus.
Und er sprach zu ihnen: das ist mein Blut des neuen Testamentes, das für viele vergossen ist.«
Also der Greis.