Und Nero lächelte.
Weiter ging der Zug.
Tullus war glücklich; was er begangen hatte, war keine Heldentat gewesen — wenigstens hielt er es nicht für eine solche; aber glücklich war er doch. Nicht Accas hatte er gedacht, auch nicht des Gottes dieser Nazarener; er sah jene den Heldentod sterben und mochte nicht länger leben.
Und jetzt bereitete er sich auf das Christentum vor.
Unter den Gefangenen, die für den Kampf im Zirkus aufgehoben worden, befand sich der Bischof, jener von Tullus an die Römer verratene, ehrwürdige Greis. Es war dieser beredte Mund, der dem jungen Heiden das Evangelium verkündete, und da es das Evangelium der Liebe war, so ward es von Tullus gehört. Der Jüngling erfuhr, daß Jesus Christus auch für ihn gestorben sei, daß seine Schuld ihm vergeben werde, daß seiner die Seligkeit harrte, das Auferstehen und das ewige Leben.
Mit Acca zusammen würde er vom Tode auferstehen, mit Acca zusammen das ewige Leben erhalten — —
Und er würde zusammen mit ihr sterben.
Denn noch lebte Acca, für denselben Tod aufbewahrt, zu dem Tullus verdammt war; dem es verheißen worden, sie am Tage seines Sterbens wiederzusehen. Dann wollte der Bischof die beiden vermählen. Nun ersehnte Tullus den Tod, wie er sich einstmals nach dem vollen Strome des Lebens gesehnt hatte.
Der letzte Tag kam und die beiden Getrennten sahen sich wieder; mit strahlendem Antlitz eilte Acca dem Freund entgegen; sie flüsterte ihm zu: »Wohin ich gehe, dahin mußt du gehen, und wo ich bin, da mußt du sein.« Darauf laut und freudig: »Wie ich dir von unserer Insel ins Leben folgte, so begleitest du mich aus dem Leben in den Tod. Deine Liebe ist die größere.«