Mit Befriedigung fühle ich nachmittags das Umspringen des Windes — er kommt jetzt genau von Osten — so kann ich abends gegen den Wind meinen Anstand erreichen.
Von nur einem Schwarzen begleitet, gehe ich nach dem Dienst an Land. Die Sonne steht noch hoch am Himmel.
Wir haben den kurzen Steppenstreifen rasch durchschritten und tauchen seitwärts ins Schilf.
Es gilt den kurzen Weg zu finden, den wir heute morgen eingeschlagen haben.
Die Funkenrahen der »Königsberg«, die über dem niedern Unterholz sichtbar sind, als Orientierungsmittel hinter uns, schlängeln wir uns weiter. Da vorn kreisen in weiten Bogen einige Aasgeier, verschwinden und fliegen wieder hoch. Dort muß der Kadaver liegen!
Leiser und leiser werden unsere Schritte, denn wir können nicht mehr weit ab sein.
Ein stinkender Aasgeruch zieht in Schwaden über uns hin.
Plötzlich hält mein Führer. Er zeigt nach unten: da ist abgehauenes Schilf — also der Zugangsweg von heute morgen. Die gespannte Büchse in der Hand, schleiche ich unhörbar vor.
Der Wind ist günstig, er kommt direkt auf mich zu. Der Verwesungsgeruch wird so durchdringend, daß ich mir das Taschentuch vor die Nase binde.