Hoffentlich sehen mich die Aasvögel nicht — dicht vor mir flattern sie jetzt rauschend mit mächtigen Schwingen auf und nieder.

Ich drücke mich tief an den Schilfrand — denn vor mir wird die grüne heute morgen von uns gebaute Wand sichtbar. — Keine zwanzig Meter mehr!

Eine leichte Bö läßt das Schilf rascheln — ich benutze sie, mit einigen Sprüngen bin ich vorn und kauere mich nieder.

Trotz des Taschentuches ist der Aasgestank kaum zu ertragen. Ich fühle einen starken Brechreiz — der Kadaver liegt ja dicht da vorn.

Leise schiebe ich einige Blätter zurück — die linke Hand auf die Nase gepreßt, sehe ich hindurch und — — pralle zurück! — Das Flußpferd lebt. — Sein Leib geht auf und nieder — es wälzt sich — scheuert sich auf dem Boden. Die kurzen Walzenbeine wackeln!

Drei — vier Aasgeier sitzen auf dem Bauch und hacken an der Haut herum.

Da sehe ich plötzlich, wie sich aus dem abgeschnittenen Hals ein Schuppenschwanz herausschiebt — — er bewegt sich langsam nach außen. Jetzt noch einer und — — noch einer!

Ein leises Grauen überläuft mich, wie ich dieses furchtbare Vernichtungsdrama keine zwanzig Meter vor mir in dem bestialischen Gestank sich abspielen sehe.

Der ganze Leib des Flußpferdes ist voll von Krokodilen, die sich durch die Halsöffnung hindurch in das Innere gefressen haben, weil die Haut, noch frisch und fest, allen Angriffen widerstanden hat.

Ab und zu geht ein Zucken und Rütteln durch den gewaltigen Körper — einer der aus dem Hals ragenden Schwänze peitscht den Sand — wieder hat eines der grauenhaften Tiere ein Stück aus dem Innern des Wanstes losgerissen.