Aber weiter kämpfte er!
Jetzt von achtern geleitet, — immer noch mit zwei Geschützen! Das eine bedienten Offiziere, das andere Heizer. Verkrampfte Wut wendete sich gegen die Flieger. — Vergeblich! Sie schienen unerreichbar im Aether! Da — — das letzte Schrapnell verließ das Rohr — — da — — sollte es sein — — sollte Gott uns wenigstens diese eine Genugtuung geben — — da — — ein Flieger neigte sich, verharrte sekundenlang unbeweglich — — dann stürzte er pfeilschnell krachend nach unten.
Ein Leuchten ging über die pulver- und blutgeschwärzten Gesichter der Geschützbedienung. Die von ohnmächtiger Manneswut geschnürte Brust weitete sich.
Nur ein Augenblick! Verschwunden waren sie, die eben triumphierten, in Fetzen klebte ihr Fleisch an der Bordwand und den zerspellten Decksplanken. — — Eine Granate schlug zwischen sie.
Aber weiter kämpfte er!
Nur noch mit einem Geschütz! Zwischen all dem Rauch und Feuer war sein Blitz nicht mehr zu sehen, seine Stimme verhallte im Tosen der Explosionen. Feuerfontänen auf Feuerfontänen zischten gen Himmel, breiter und breiter wurden die Glutmassen, sie durchrasten, vom Wind gepeitscht, die Decks. Da war Menschenwille und -kraft zu Ende! Das letzte Geschütz verstummte!
Nochmals schwer getroffen gab der Kommandant den Befehl zum Verlassen des Schiffes. Als der letzte Mann von Bord war, zerriß eine furchtbare Detonation die Luft — — turmhoch stieg eine Feuersäule himmelwärts, der brennende, aus tausend Wunden blutende Kreuzer barst entzwei und versank langsam in den braunen Lehmfluten des Rufiji.
Da hörte er auf zu kämpfen! — — —
Dort hinten aber, am Rande der Steppe, hinter der sich der Glutball der Sonne zum Untergang neigte, umstand ein kleines Häuflein, besudelt mit Pulver, Blut und Lehmwasser, den auf dem Boden gebetteten Kommandanten, und erst zaghaft, dann anschwellend lauter und lauter hallte das deutsche Flaggenlied im leisen Abendwind über die weite afrikanische Steppe und durch den leise rauschenden Buschwald. — — —