Selten wird ein Kriegsschiffkommandant in einer ähnlich düsteren Lage gewesen sein! — — —
Die Mittagssonne strahlt erbarmungslos herab, die Decksplanken glühen, matt liegen die Mannschaften im spärlichen Schatten der Aufbauten.
Die Luft über den gelbsandigen Riesendünen zittert und verwischt ihre Linien. Starke Wirbelwinde treiben urplötzlich auf dem Kamm der Dünen, schwefelfarbene Säulen aus dem Boden lassen sie zerstäuben und verwehen, wie der Wasserstrahl eines Geisers plötzlich versiegt und zusammensinkt.
Die flachwellige Dünung schiebt sich unter dem Schiff wie flüssiges Öl dahin, hält es in sanften, weiten, gleichmäßigen Schwingungen. Weit im Osten, nur mit dem Glase erkennbar, jagen die monsungepeitschten Wogen des Indischen Ozeans dahin, deren spritzende Schaumkronen in der wie weißglühendes Eisen glänzenden Luft im Winde wirbelnden Schneeflocken gleichen. — —
Die Sorge um den drohenden Wassermangel läßt den Kommandanten nicht ruhen. Es muß alles versucht werden — ein Boot soll an Land fahren — es soll in den staubigen, trockenen, ausgeglühten Sanddünen nach Wasser gegraben werden.
Jeder weiß — ein vergebliches Beginnen.
Aber der Selbsterhaltungstrieb verlangt auch die unmöglichsten Möglichkeiten zu erkunden.
Als Führer des an Steuerbord in den Davids hängenden Rettungskutters bekomme ich den Auftrag, an Land zu fahren und Wasserlöcher schaufeln zu lassen.
Wir sollen uns alle gut bewaffnen. Jeder meiner Kuttergäste — einer ist stämmiger und stärker wie der andere, sollten sie doch wie geplant in Colombo und Kapstadt mit den Engländern wettrudern —, schnallt eine große Mauserpistole um. Die Gewehre werden nach der Vorschrift unter den Duchten festgebunden, die Schaufeln in die Cockpitt gelegt. Im letzten Augenblick springt noch der erste Offizier ins Boot, um sich selbst von den Verhältnissen an Land zu überzeugen.