Mehr und mehr verschwinden seine Konturen, werden von der weiten Kimm des Ozeans verschlungen.

Die Sonne hat noch nicht den zehnten Teil ihres Weges vollendet, da versinken auch die letzten Höhenzüge der einstigen Perle des Ostens unter dem Horizont — — — Unguja ist verschwunden.

II. IM RUFIJIDELTA

Salale

Die Wasser der Hochsteppen der Wahehe und der Wabena sammeln sich in dem Ruaha und Ulanga. Im weiten Bogen durchfließen sie das Herz Deutschostafrikas und vereinigen sich dann in dem Fluß Rufiji, der seine meist braungrünen Wassermassen durch die Ebene an Nyakisiku, Mpanganja und Utete vorbei nach Mohoro wälzt. Dort teilt er sich in eine Unzahl von breiten Armen. Im Laufe der Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende, hat er seine nördlich liegenden Mündungen immer weiter nach Süden verschoben und biegt jetzt bei Mohoro schräg nach der Kilwagegend zu ab.

Aber die andern mächtigen Arme sind noch keineswegs versandet. In weiten Bogen und Windungen, bis zu tausend Meter und mehr breit, durchschneiden sie eine unabsehbare Mangrovenwildnis.

Sie bilden das gewaltige, dem Nil- und Mississippidelta an Größe kaum nachstehende Rufijidelta.

Von der Höhe des überragenden Pembaberges sieht es im Lichte der untergehenden Sonne aus wie ein weitmaschiges Netz von ineinandergeflochtenen Gold- und Silberfäden, die sich in wunderlichen Krümmungen, bald dick, bald in haarfeinem Gespinst durch den grünen, ungeheuren Mangroventeppich ziehen.

Ganz weit im Osten, wo der silberne Indische Ozean scharf diese waldige Sumpfwildnis abschneidet, ragen hohe dunkle Kasuarinen, die nur in dichtester Nähe des Salzatems des Ozeans leben können.