Trocken, glühend heiß liegt die Luft des Spätnachmittags noch über der »Königsberg«. Die Bootsmannsmaatenpfeifen schrillen »Klar Deck«. Die selbst gefertigten Duschen spritzen auf. Vergnügt kühlen sich unter ihnen die Leute.

Eine lange Reihe Schwarzer steht an Deck, beladen mit Bananen, Apfelsinen, Mangos. Staunend und lachend stehen sie auf dem Mitteldeck in ihrer Verwunderung über das Leben und Treiben auf dem so riesengroßen »manowari« — Kriegsschiff — hier mitten im Rufijifluß, den sie doch schon seit Jahren kennen, auf dem sie aber nur ihre schmalen schlanken Einbäume, bestenfalls eine abgetakelte Dhau gesehen.

Noch mehr wundern sie sich über die noch nie auf einem Fleck gesehene Menge von Europäern, die hier — sie können es gar nicht begreifen — richtig wie sie selbst arbeiten müssen — rudern, Deck und Geschirr reinigen und an langen Kutterläufern große Boote hochholen.

Alle Europäer, die sie bis jetzt kannten, kamen nur in Begleitung von vielen Schwarzen, ließen sich tragen, Stiefel, Kleider an- und ausziehen.


Die Sonne steht schräg am Himmel, ich rufe meine zwei schwarzen Begleiter, um mit ihnen auf die Jagd zu gehen.

Zum ersten Male liegen wir jetzt am Rande der Steppe mit ihren Busch- und Bauminseln — das Gras ist großenteils niedergebrannt, also kann ein Pirschgang Erfolg versprechen. —

Die »Königsberg« liegt keine dreißig Meter von Land ab — eine kleine Bootsfähre verbindet das Fallreep mit einem von uns angelegten Landungssteg.

Holperig und vertrocknet dehnt sich dann nach Westen zu der ebene Steppenboden aus. —

Bald verschwinden die hellbestrahlten Bordwände und Schornsteine hinter den hohen Baumgruppen des Ufers. Einige hundert Meter weit hört man noch die Geräusche und den Lärm des Bordbetriebes, die Signalpfeifen, trappelnde Schritte. Dann umfängt uns die Stille des afrikanischen Busches.