[2] In dieser Beziehung entnehmen wir den von der k. k. statistischen Centralcommission herausgegebenen Jahrbüchern, dass, abgesehen von den bei den Militärgerichten verhandelten Fällen, in den Jahren 1872 bis 1876 in sämmtlichen im Reichsrathe vertretenen Ländern unter anderen folgende Verurtheilungen stattfanden wegen:
| 1872 | 1873 | 1874 | 1875 | 1876 | ||
| Verbrechen | Nothzucht, | 286 | 346 | 347 | 465 | 516 |
| Kindsmord | 97 | 110 | 97 | 103 | 96 | |
| Mord | 137 | 185 | 171 | 166 | 198 | |
| Todtschlag | 287 | 309 | 245 | 296 | 235 | |
| Abtreibung | 17 | 10 | 15 | 19 | 14 | |
| Weglegung | 33 | 37 | 30 | 32 | 30 | |
| Schwere | 3870 | 4093 | 3447 | 4254 | 4732 | |
| Zweikampf | 9 | — | 2 | — | — | |
| Vergehen | Fahrlässige | 423 | 408 | 313 | 409 | 452 |
| Vergehen gegen | 5 | 43 | 7 | 8 | 16 | |
| Summe | 5173 | 5541 | 4676 | 5752 | 6289 | |
Bedenkt man, dass unter diesen Zahlen nur die Verurtheilungen subsumirt sind, dass aber die Summe der Fälle, in denen eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet wurde, aber keine Verurtheilung stattfand, sich ebenfalls hoch beläuft; erwägt man ferner die Menge der civilgerichtlichen Fälle, welche ärztliche Begutachtung erfordern, und rechnet dazu die zahllosen polizeilichen Untersuchungen von Selbstmördern und verunglückten Personen (im Jahre 1873 kamen 1863 Selbstmorde und 6734 Verunglückungen und Todesarten aus unbekannter Ursache vor), so kann man sich eine genügende Vorstellung davon machen, wie häufig die gerichtsärztliche Thätigkeit in Anspruch genommen wird.
[3] Die betreffenden Paragraphe lauten:
§. 151. Als Zeugen dürfen bei sonstiger Nichtigkeit ihrer Aussage nicht vernommen werden:
— — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —
2. Staatsbeamte, wenn sie durch ihr Zeugniss das ihnen obliegende Amtsgeheimniss verletzen würden, insoferne sie dieser Pflicht nicht durch ihre Vorgesetzten entbunden sind;
3. Personen, die zur Zeit, in welcher sie das Zeugniss ablegen sollen, wegen ihrer Leibes- oder Gemüthsbeschaffenheit ausser Stande sind, die Wahrheit anzugeben.
§. 152. Von der Verbindlichkeit zur Ablegung eines Zeugnisses sind befreit:
1. Die Verwandten und Verschwägerten des Beschuldigten in auf- und absteigender Linie, sein Ehegatte und dessen Geschwister, seine Geschwister und deren Geschwisterkinder, Adoptiv- und Pflegeeltern, Adoptiv- oder Pflegekinder, sein Vormund oder Mündel.