[550] Wappäus, „Allgemeine Bevölkerungsstatistik“. 1861, II, pag. 215. A. Wagner, „Die Gesetzmässigkeit der scheinbar willkürlichen Handlungen“. Hamburg 1864. Wendt, „Grundzüge der physiologischen Psychologie“. Leipzig 1874, pag. 834. Ferner: „Die Selbstmorde in Preussen 1869–1872.“ Zeitschrift des preuss. statist. Bureaus. 1874, Heft II u. III.

[551] Tamassia, l. c., pag. 680.

[552] Im §. 46, lit. a des österr. St.-G.-B. wird die vernachlässigte Erziehung ausdrücklich als Milderungsumstand bezeichnet.

[553] Mittheilungen über Mörder im Kindesalter von Man und Kraus siehe Ortloff’s Sammlung von Gutachten, 1888, IV. Ueber kindliches Irrsein vide Wiener med. Blätter, 1879, pag. 824 und P. Moreau: „Der Irrsinn im Kindesalter.“ Deutsche Ausgabe von Galatti. 1889.

[554] Der Entwurf eines deutschen Gefängnissgesetzes kennt besondere Anstalten für die Abbüssung von gegen jugendliche Individuen verhängten Strafen, in welchen nur Personen unter 18 Jahren aufgenommen, aber nur bis zum 20. Jahre festgehalten werden dürfen. Derselbe Entwurf bestimmt auch (§. 15), dass Sträflinge unter 18 Jahren bis zur Dauer von 3 Monaten in Einzelhaft gehalten werden können. Zu einer Verlängerung derselben bedarf es der Genehmigung der Aufsichtsbehörden.

[555] Die Zurechnungs- und Dispositionsfähigkeit unterrichteter Idioten kam in einem von Shuttleworth (Journ. of ment. sc. 1884, pag. 467) mitgetheilten Falle zur Sprache. Im Royal Albert-Asylum hatte ein blödsinniger Knabe einen anderen erschlagen, der ihm die Bettdecke weggezogen hatte. Beim Coroner-Inquest wurden drei bei der That gegenwärtig gewesene blödsinnige Knaben als Zeugen beeidigt (!) und verhört, und der Thäter selbst vor die Assisen gebracht, wo erst die Jury fand, dass „the prisoner was not able to plead“ und hinzufügte: „that he was not answerable for his acts.“

[556] Beachtenswerth ist die von Berkhan (Vierteljahrschr. f. gerichtl. Med. 1894, pag. 106) gemachte Beobachtung, dass manche Schwachsinnige eine auffällige Schreibweise zeigen, indem sie z. B. einzelne Buchstaben, mitunter auch ganze Silben und Worte, auslassen, verstellen oder durch andere ersetzen. Diese Schreibstörung hält er für analog mit gewissen Sprachstörungen, z. B. dem Stammeln.

[557] Im Gegensatze zu diesen Erfahrungen bei männlichen Idioten fand Voisin („Conformation des organes génitaux chez les idiots et les imbéciles.“ Annal. d’hygiène publ. 1894, XXXI, pag. 525), dass bei weiblichen Idioten die Pubertät keineswegs verzögert, sondern mitunter ungewöhnlich früh sich einstellt. Masturbation ist sehr häufig und in etwa ¼ der Fälle fand Voisin davon herrührende meist rechts gelegene Hymenverletzungen.

[558] „Ueber die Verbreitung des Cretinismus im Böhmen.“ Aerztliches Correspondenzblatt des Vereines deutscher Aerzte in Prag. 1875, Nr. 28.

[559] R. Wagner’s Handwörterbuch. V, 201.