»Sterben«, erwiderte der Greis. Langsam trat er in das Haus, in die grosse Stube des Erdgeschosses, mit der Hand an der Wand tastend und sank, wie er war, im weissen Sterbgewande, auf sein einfaches Lager.

»Wollt Ihr einen Arzt?«

»Ich will sterben«, erwiderte Menachem. In die Kissen zurückgelegt, den Blick erhoben, die Hände auf der Brust gefaltet, begann er schwerer und schwerer zu athmen.

Die zehn Männer bildeten einen Halbkreis um ihn, und der Sterbende betete das Schema, das Sterbegebet, und sprach die dreizehn Glaubensartikel.

Als er zu Ende war, begannen die zehn Männer einen Psalm zu beten.

Plötzlich richtete sich der Greis auf. Sein Antlitz war verklärt. Er hatte die Hände erhoben und murmelte: »Gelobt sei Gott, der uns den Tod gegeben!« Dann sank er in die Kissen zurück und lag da, ein Lächeln um die Lippen.

Nachdem eine Viertelstunde verstrichen war, hoben die Männer den Todten auf und legten ihn mitten in die Stube auf den Boden. Die Arme lagen straff zu beiden Seiten, und die geballten Fäuste bildeten ein hebräisches Sch – Schadai.

Nachdem ein Leintuch über die Leiche gebreitet war und das Lämpchen zu Häupten derselben angezündet, wurde das Fenster geöffnet. Die Seele zog in ihre Heimath.

Im Hause war es stille und stille draussen unter dem Abendhimmel, an dem sich die ersten Sterne zeigten.