»Nein, auf der Stelle. Du willst für fremde Sünden büssen«, rief Sulamith, »nimm Dich in acht vor allem, dass nicht Andere um Deinetwillen sündigen.«
»Wie?«
»Du willst uns hindern, das Gebot Gottes zu erfüllen, den Hungrigen zu speisen, den Durst des Verschmachtenden zu löschen.«
»Gib mir also zu essen.«
Eine Woche war vergangen und Zeruja hatte seine Wanderung nicht fortgesetzt. Die Ruhe und die Pflege hatten ihm wohl gethan, das unheimliche Feuer in seinen Augen war gewichen, die Blässe des Todes auf seinen eingesunkenen Wangen hatte einer gesunden Farbe Platz gemacht.
»Ich bin mit Dir zufrieden,« sagte eines Tages Sulamith, »Dein Körper erholt sich langsam, hoffentlich wird Dein Geist gesunden.«
»Ich bin nicht wahnsinnig«, antwortete der Büsser.
»Deine Seele ist krank,« sagte das Mädchen, »weil Du im Irrthum befangen bist.«