Als Esther die Thüre öffnete, rief sie: »Tate, wir haben Holz, wer hat uns das gebracht?«
»Holz?« sprach Tobia staunend, »wer sollte uns Holz bringen?«
»Es hat doch dreimal geklopft«, fuhr Esther fort, »und als ich öffne, liegt das Holz da, und was für ein prächtiges Holz! Darf ich das nehmen?«
»Frage nicht lange, mein Kind.«
»Aber es ist wie ein Zauber.« Sie schichtete das Holz hinter dem Ofen auf, zerhackte eines der grossen Scheiter, machte Spähne, und bald prasselte im Ofen ein herrliches Feuer und die kleine Stube erwärmte sich behaglich. Esther trocknete ihre Thränen. »Und hier! was soll das bedeuten. Tate«, schrie sie auf, »das ganze Fenster voll Kuchen!«
»Kuchen?« wiederholte der Blinde ungläubig, vor Freude bebend.
Esther reichte ihm einen und Beide begannen zu essen.
»Noch ganz warm«, sprach sie, »aber das ist ja alles wie ein Wunder.«
»Siehst Du, Esterka, Gott hat uns nicht verlassen«, sprach der Blinde, »das ist der Prophet Elias, der hat gesehen Deine Thränen und ist gekommen uns zu beschenken zum Schuschan-Purim.«